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Alt 10.03.2005, 01:53   #6   Druckbare Version zeigen
halleluja4you Männlich
Mitglied
Beiträge: 35
AW: Seifen, Tenside, Waschmittel

Ich versuchs mal weiter:

Erst mal ein kleiner Crashkurs zu Fasern. Es gibt verschiedene Arten von Fasern. Man unterscheidet zuerst unter den pflanzlichen, tierischen und synthetischen Fasern. Die meisten pflanzlichen Fasern (z.B.: Baumwolle, Flachs, Hanf) sind zum Großteil aus Cellulose aufgebaut. Im Cellulosemolekül sind mehrere OH-Gruppen, also polare Gruppen.
Drei wichtige Synthesefasern sind Polyamid (PA), Polyester (PES) und Polypropylen (PP).

Hier die Strukturformel von PA:

Wie man auf dem Bild erkennt hat das PA eine polare NH-Gruppe und eine stark polare Carbonylgruppe (CO-Gruppe).

Hier die Strukturformel von PES:

Auch Polyester trägt die stark polare Carbonylgruppe.

Polypropylenfasern besitzen keine polaren Gruppen:


Zu den tierischen Faser kann ich nicht viel sagen. So viel ich weiß bestehen diese zum Teil aus Aminosäuren, die auch polare Bindungen tragen können.

Jetzt zu der Frage zu den Tensiden.

Erst mal eine kleine Anmerkung. Die Seife ist auch ein anionisches Tensid. Man kann die Vor- und Nachteile nicht nach den Tensidgruppen einteilen, sondern muss diese für jede für jedes Tensid einzeln betrachten.

Was die Reaktionen angeht. Es finden keine Reaktionen in diesem Sinne statt. Die Formulierung war etwas ungeschickt von mir. Es werden nur Ionen ausgetauscht. Da aber alle Ionen im Wasser gelöst sind spielt dies im Endeffekt keine Rolle. Nur wenn du die Lösung am Schluß ausdampfen würdest, könnten verschiedene Salze entstehen. Ein kleines Beispiel:

Du hast ein anionisches Tensid, dass eine -SO3 --Gruppe trägt. Das Gegenion zur Sulfonsäuregruppe ist Natriumion.

R-SO3 - Na+

Nun gibst du Salzsäure hinzu und dampfst die Lösung aus. Es können folgende Salze entstehen:

R-SO3H, R-SO3Na, HCl, NaCl

Für den Waschvorgang spielt der pH-Wert trotzdem eine Rolle. Je nach Tensid (aber nicht nach Tensidgruppe) gibt es verschiedene Empfindlichkeiten. Es gibt Tenside die härteempfindlich oder auch säureempfindlich sind. Diese können durch Reaktionen ausfallen oder einfach durch chemische Reaktion ihre Waschwirkung verlieren.
Außerdem hat das alkalische Milieu beim Waschvorgang den Vorteil, das Fasern mit polaren Gruppen Hydroxidionen über Wasserstoffbrückenbindungen binden und durch die negative Ladung das Ablösen der ebenfalls negativen Schmutzteilchen erleichtert.

So das wärs glaube ich. Du kannst mir bei weiteren Fragen auch über ICQ Fragen stellen. Geht vermutlich einfacher und schneller wie übers Forum.
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