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Alt 09.03.2005, 18:32   #3   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Reaktion von H2O mit Ca3P4

Ca3P4 kenn ich jetzt so spontan nicht, aber es gibt eine große Anzahl ähnlicher Phosphide, deshalb glaub ich mal gerne, daß es das heir auch geben kann. Woher haste denn das? Da könnte man dann mal nachschauen, wie das Anion da drinne aussieht.
Das Stichwort ist "Zintl-Phasen". Hauptgruppenelemente, die man eher in positiven Oxidationsstufen kennt, können durchaus auch Anionen machen. Phosphor ist so ein Kandidat:
P3-, wie u.a. in Na3P, hat z.B. 8 Valenzelektronen, ist damit edelgasisoster und liegt als einzelnes, nicht weiter verknüpftes Anion, koordiniert von Natriumkationen in der Struktur vor.
P2- hat so viele Valenzelektronen wie ein Cl-Atom und kommt wie dieses in der Struktur von CaP als [P2]4--Hantel vor: es ist isoelektronisch und damit auch isostrukturell zu Cl2.
P- ist isoelektronisch zu den Elementen der 6. HG und macht als Anion in CaP2 Ketten, wie man sie aus der Elementstruktur von Se her kennt.
Desweiteren gibts noch ne Menge andere Anionen von Phosphor, wie z.B. das [P4]2-, das ein hückelaromatischer Vierring ist, oder viele Anionen, die wie mit der Schere aus der Elemrntstruktur der violetten Phosphors rausgeschnitten aussehen. Eine enorme Strukturvielfalt.

Mit Wasser reagieren sie alle mehr oder weniger gleich: heftig und unter Bildung von Phosphinen *stink* *giftel*, bei den höhermolekularen Phosphid-Anionen ([P27]2-) gibts zusätzlich noch roten Phosphor.
Bei Ca3P4 würde ich mal davon ausgehen, daß bei der Reaktion mit Wasser PH3 und Calciumhydroxid rauskommt und daß die Reaktion exotherm ist.
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
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