Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 02.03.2005, 12:00   #13   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.445
AW: Was sagen mir MAK-Werte und Gefahrensymbole wirklich

Zitat:
Zitat von Muzmuz
...ich meinte nicht "falsch kennzeichnen", sonder zur abschreckung als "giftig" einstufen, in diesem falle vom gesetzgeber
methanol ist zwar giftig, aber es gibt giftigere substanzen, die nicht als gift gekennzeichnet sind
....
bei vielen solchen substanzen hat der gesetzgeber davon abgesehen, sie in die giftliste aufzunehmen
Zur Einstufung zählt nicht nur die akute, sondern auch die subakute und chronische Toxizität. Hier hat Methanol ein deutliches Potential, was auch mit dem R 39 Ernste Gefahr irreversiblen Schadens verdeutlicht wird.
Die Legaleinstufung erfolgte natürlich für häufig gehandelte Stoffe mit relativ großen Mengen. Auch bei neuen Stoffen ist eine Einstufung häufiger anzutreffen, da hier die rechtlichen Vorgaben gegeben sind. Bei alten Stoffen (nach EU-Recht) fehlen diese Daten oftmals, was aber mit der kommenden REACH Verordnung behoben werden soll.
Zitat:
Zitat von Muzmuz
....wennst ein herzproblem hast und du kriegst digitalis vom arzt verschrieben, wirst du auf der packung keinen totenschädel sehen, obwohl die substanz weit toxischer ist als methanol...
Arzneimittel sind nach Gefahrstoffverordnung und EU Richtlinien nicht Kennzeichnungspflichtig, aber die Umgangsvorschriften gelten trotzdem!
Zitat:
Zitat von Muzmuz
...weitere beispiele (neben arzneimittel) sind im bereich der biologischen toxine zu finden...
Biologische Toxine fallen auch nicht unter die Gefahrstoffverordnung, sondern unter die Biostoffverordnung!
Übrigens, auch Lebensmittel fallen nicht unter die Kennzeichnungspflicht Deshalb findet man in der Regel auch auf Essigessenz (25%ige Essigsäure) kein Gefahrstoffsymbol!
Zitat:
Zitat von Muzmuz
...daher rate ich, die etikettierung bzw die kennzeichnung als maß für die gefährlichkeit nur bedingt einzusetzen...
Na, was denn sonst. Als Grundlage ist es allemal hilfreich. Weiterhin ist ja nach der Gefahrstoffverordnung vor Tätigkeitsaufnahme mit einem gefährlichen Stoff eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und das Ergebnis schriftlich zu dokumentieren. In der Praxis wird das nur allzuoft vergessen.
Zitat:
Zitat von Woehler
...Keine Ahnung, wo die Regeln aufgeführt sind, aber ich tippe mal auf die TRGS (lass mich aber hierbei gerne vom Tiefflieger korrigieren....
TRGS 200 um exakt zu sein. Diese verweist dann auf die EU Richtlinie 67/548 bzw. 1999/45/EU.
Übrigens, gelten die TRGS seit der neuen Gefahrstoffverordnung nur noch bedigt! Auch die Gültigkeit der MAK Werte ist umstritten, TRK Werte haben keine Rechtsgrundlage mehr!
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
 


Anzeige