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Alt 13.02.2005, 21:16   #73   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Sicherheit im Chemieunterricht

Bei einem Unfall an einer staatlichen Schule steht der Staat für den Schaden gerade (der Staat ist bei uns sein eigener Versicherer), der Menschen in der Schule entsteht, ob das Lehrer oder Schüler sind. Natürlich nur so lange, wie dem Lehrer kein beruflicher Fehler nachgewiesen werden kann - etwa Missachtung seiner Aufsichtspflicht. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn ein Unfall in einem Praktikum passiert, und der Lehrer ist aus irgendeinem Grunde nicht anwesend. Ein weiterer Fehler wäre es, die Schüler nicht über etwaige Gefahren eines Versuchs aufzuklären, oder nicht für die nötigen Sicherheitsmassnahmen zu sorgen. So muss der Lehrer bei uns z.B. dafür sorgen, dass bei Versuchen Schutzbrillen getragen werden. Es reicht auch nicht darauf hinzuweisen, er muss die Schüler gegebenenfalls dazu zwingen, falls sie minderjährig sind. Ein erwachsener Schüler, der den Anweisungen des Lehrers nicht Folge leistet und infolgedessen einen Unfall erleidet, wird selbst haftbar; d.h. in dem Fall hat der Lehrer nicht mit Folgen zu rechnen.

Lehrer schliessen in aller Regel selbst Versicherungen ab, die sie bei beruflichem Fehlverhalten eventuell "auffangen" können. Ausserdem sind Lehrer gewerkschafltich organisiert, und die Berufsverbände schliessen auch noch Versicherungen für Schadensfälle ab, die von ihren Mitgliedern in Ausübung ihrer Berufstätigkeit verursacht werden.

Stösst einem Lehrer selbst in Ausübung seiner Pflicht ein Unfall zu (das kann auch ein Autounfall auf dem Schulweg zu) und er trägt daran selbst keine Schuld, ist der Schaden auch zu Lasten des Staates, wenn kein Drittverschulden vorliegt.
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