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Alt 10.02.2005, 16:34   #56   Druckbare Version zeigen
matzew Männlich
Mitglied
Beiträge: 4
AW: Sicherheit im Chemieunterricht

Also, erstmal vorweg: Sicherheit muss natürlich das Gebot schlechthin bei Schülerexperimenten sein, ganz klar.
Trotzdem darf man es keinesfalls übertreiben, so wie es in einigen Sicherheitsvorschriften der Fall ist und mit anderen Gefahren abwägen.

Menschen (in diesem Fall Schüler) vor Gefahren zu schützen ist notwendig. Doch warum fällt da sofort der Blick nur auf die Chemie? Gerade da Schlumpf soeben die Schulproblematik ansprach, bekomme ich da ein breites Lächeln.
Was ich damit sagen möchte: Im Chemieunterricht wird der Schüler hervorragend vor jeglicher auch noch so kleiner und winziger Gefahr effektiv geschützt, es kann nahezu nichts passieren!
Sobald es aber klingelt, stürmt die halbe Schule in die Raucher-Ecke und zündet sich die äußerst gefahrenstofffreien und für den Staatshaushalt völlig gesunden C-Waffen an (wie war das mit dem Nikotin auf der Liste ). So, da ist der penible Schutz erst mal hinüber, auch ich als Nichtraucher komm bei nem Raucheranteil an der Schule von kanpp 40% nicht ums Passivrauchen drumrum. Da wäre es gesünder, wenn ich die Pause über nur die Luft aus den Chemiekalienschränken atmen würde, da da alles sicher verschlossen ist.
Naja, und am Wochenende gehts dann bei vielen Schülern zum Saufen über... .
Ja, und dann hat ja Schlumpf auch noch den feinen Sportunterricht angesprochen...
Aber wie war das? Man könne das Risiko dort besser durchschauen?
Nunjaaa, wenn ich vor einer gut gesichterten Versuchsapparatur im Chemieunterricht stehe, ist das deutlich durchschaubarer als ein mit ordentlicher Härte über Bande gespielter trudelner Handball der jeder Zeit meinen Kopf treffen könnte und dabei schön viele Gehirnzellen zerdeppert. Und auch das Reckturnen ist meiner Meinung nach dreimal so gefährlich für die Fortpflanzungsfähigkeit wie die Schulchemikalien zusammen.... .

Demnach wäre ja der Chemieraum der sicherste Ort der gesamten Schule. Cool, ist mir bisher gar nicht so aufgefallen.
Fazit: Wer den Kampf gegen Gefahrenstoffe in der Schule antritt mag ja Recht haben, doch möge er bedenken, dass nicht allein die Chemiekalienflaschen die Quelle des Bösen sein können, sondern die Zigarette. Im Chemieunterricht wägt nämlich der Chemielehrer die Gefahren ab und entscheidet, was zu heiß ist und was nicht. Und ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Chemielehrer dazu in der Lage ist. Der Chemiefachbereich muss sich bei seinen Versuchen einschränken. Das ist ja nicht anzuzweifeln und richtig. Doch wie kommt es dann, dass ich immer noch Kopfbälle (verursachen Benommenheit und erschüttern das Gehirn) im Sportunterricht machen muss (was ich übrigens verweigere, zu recht, wie ich meine) und ein Kumpel im Tor einen Handball mit Maximaltempo in eine gewisse empfindliche Körperregion bekommt? Sicherheitsnormen sollte es nicht nur innerhalb des Chemieraums geben, sondern auch wirklich da, wo sie gebraucht werden (ein grandioser Erfolg war z.B. das Verbot der bis zur aufrechten Position gehenden überzogenen Sit-Ups, da das wirklich die Wirbelsäule killt, und das ist wirklich gefährlich).

Abschließend möchte ich aber nochmals bekräftigen , dass ich jegliche Normen zur Verbesserung der Sicherheit begrüße, aber nur solange, wie sie sinnvoll sind. Es bringt nichts, in ferner Zukunft Natriumchlorid verbieten zu wollen, weil ein Schüler daran sterben könnte, wenn er die ganze 1kg Flasche auf einmal schluckt.
Allerdings gibt es wiederum einige wirklich unzurechnungsfähige Schüler (vor einigen Jahren haben ein paar Trollköpfe an einer anderen Schule mal ordentlich Buttersäure im Raum verteilt, sowas ist echt das letzte).
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