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Alt 07.02.2005, 15:36   #11   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.540
AW: Sicherheit im Chemieunterricht

Zitat:
Diese besagen unter anderem, dass Schüler nicht mit explosionsgefährlichen Gemischen und, wenn noch nicht in der Oberstufe, auch nicht mit leicht entzündlichen Stoffenen experimentieren dürfen. Weiterhin ist es Schülern untersagt, mit Cobalt- und Bleiverbindungen, Kohlenmonoxid, Stickoxiden, Schwefelwasserstof uva zu experimentieren.
Wenn Du ganz ehrlich bist, welche Schüler-Versuche hast Du je mit Stoffen durchgeführt, die als explosiv eingestuft sind? Selbst an der Uni werden entsprechende Stoffe möglichst umgangen.
Dass mit Cobalt- und vor allem Blei-Verbindungen nicht gearbeitet werden sollte, ist einsichtig (z.T. mutagene, carcinogene oder teratogene Wirkung!). Auch hier der Vergleich zur Uni: Natürlich wird mit entsprechenden Verbindungen in den AC-Praktika gearbeitet (lässt sich halt nicht vermeiden), dagegen ist z.B. Blaugel bei uns größtenteils ersetzt worden.
Zitat:
Das schränkt die Möglichkeiten des experimentellen Chemieunterrichts erheblich ein. Selbst Schauveranstalltungen können deshalb größtenteils von Schülern nicht mehr durchgeführt werden.
Das sehe ich halt anders.Für welche Versuche benötigst Du wirklich o.g. Verbindungen?
Das einzige Problem sehe ich hierbei darin, dass zu den leichtentzündlichen Stoffen auch diverse Lösemittel inkl. Ethanol gerechnet werden! Ist irgendwie lächerlich, wenn ein Schüler der Sek. I nicht mit Brennspiritus arbeiten darf...
Zitat:
Allerdings ist es meiner Meinung nach wichtig, Schüler auch in dieser Richtung auf das Studium vorzubereiten und nicht nur mit schnöder Theorie. In der Physik untersagt doch auch keiner Experimente mit elektrischem Strom.
Sollte es nicht zumindest erfahrenen Schülern möglich sein auch mit Gefahrstoffen zu arbeiten? Findet ihr diese Richtlinien auch überzogen? Ich würde gerne mal die Meinung von außenstehenden dazu hören.
Meine Meinung zum Thema: Natürlich sollte man schon Schülern beibringen, die Gefahren der verwendeten Chemikalien einzuschätzen und entsprechend damit umzugehen. Aber ob es dafür nötig ist, mit o.g. Substanzen umzugehen, würde ich bezweifeln.
Ich selbst hatte in der Oberstufe auch mit Methanol, konz. Schwefelsäure, elementarem Natrium, Schwefelkohlenstoff usw. gearbeitet, dennoch muss sowas ja nicht unbedingt sein.

Also, ich halte diese Regelung nicht für schlimm, sondern denke einfach, dass sie einfach von den Lehren abverlangt, auch andere Versuche bzw. Versuchsdurchführungen zu überlegen. Gerade in dem Zusammenhang gibt es ja eine ganze Menge Versuchsansätze, meinetwegen Experimente mit Supermarktprodukten, aber auch Miniatur- und Projektions-Versuche, die gleichzeitig den Vorteil haben, dass die Kosten geringer sind...

Gruß,
Zarathustra
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Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
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