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Alt 10.07.2011, 19:15   #25   Druckbare Version zeigen
magician4 Männlich
Mitglied
Beiträge: 6.876
AW: Den Doktor abschaffen? - Allgemein

so wie es bei uns tradiert wurde:

"diplom"-irgendwas: kann unter anleitung wissenschaftlich arbeiten
"dr." - irgendwas: kann selbststaendig wissenschaftlich ein thema bearbeiten
"priv.-doz." : kann selbstaendig ein themengebiet bearbeiten und mitarbeiter wisssenschaftlich anleiten
prof: ist aus dem erlauchten kreis der professorenschaft einer uni heraus auserkoren, letzteres in ihrem kreise auch zu tun

hingegen bezeichnen "wissenschaftlicher angestellter " oder "hochschullehrer" dann dienstrechtliche verhaeltnisse, haben mit den o.g. akademischen graden also nichts zu tun (auch wenn das oft vergesellschaftet ist)

von daher faellt das fuer mich in die gleiche kategorie wie "geselle" oder "meister"...
... und ich hab da absolut keine probleme mit, und halte die von anderen genannten synergismen / antagonismen fuer mehr oder weniger als fuer an den haaren herbeigezogen.

der wissenschaftsbetrieb ist von bestimmten notwendigkeiten und ihrer erledigung gekennzeichnet, und die industrie braucht die universitaere forschung genau wie umgekehrt die hochschulen ihr sponsering, und welche mettwuerste man den leuten da vor die nase haelt, oder woran man "du hast deinen teil getan, du darfst weitermachen" nun exakt festnagelt ist doch voellig beliebig.

schuefe man die titel ab, waeren es halt die anzahl von veroeffentlichungen oder sowas , die einem dann als einstiegsberechtigung wohin auch immer zur sprunglatte gelegt werden wuerde (ist derzeit bei den habilitanten ja sogar praktisch-faktisch schon etabliert).

last but not least: mich interessiert nicht ob jemand genuegend anfuehrungszeichen gemacht hat, sondern ob erkennbar ist was auf seinem mist gewachsen ist und was nicht, und zwar den ueblichen gepflogenheiten entsprechend deutlich.
und schlussendlich muss jede arbeit durch die gutachterliche beurteilung, und die jungs sollen ihren job machen, dann ist da abgesehen von (in jedem system unvermeidlichen) entgleisungen keinerlei externer regelbedarf, und schon gar nicht der bedarf nach dem staatsanwalt.
wer, ausser dem doktorvater, solls denn schlussendlich auch beurteilen koennen....
... und mit ein wenig literatuerlicher kreativitaet dichte ich noch jeden satz so um, dass ich den zurecht nicht als zitat zu kennzeichnen hab - und es ist trotzdem nicht mein hirnschmalz in die sache geflossen. so what.

mir ist nur eine einzige wissenschaftliche arbeit ueberhaupt bekannt, die nicht ueberwiegend auf den schultern der riesen von einst steht, und aus dem allgemeinen stand der dinge wirklich derart herausragt, dass sie nicht bei lichte betrachtet eh 90% repetition des allgemein bekannten und anerkannten beinhaltete (was ich im uebrigen als selbstverstaendlich empfinde, denn die einheit des wissenschaftlichen ist ja grad ihr markenzeichen)

sie stammt von Albert Einstein

es ist NICHT seine publikation zur speziellen relativitaetstheorie (denn die haben vor und mit ihm schon andere gedacht, angedacht und vorbereitet)

es ist seine arbeit zur allgemeinen relativitaetstheorie, denn die "lag nicht irgendwie in der luft", und ohne Einstein ist es nicht selbstverstaendlich dass wir sie heute trotzdem haetten

mithin: "lassmer die kirche im dorf!" 1)....

gruss

ingo

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1) volksmund, siehe auch: meine eltern, pers. mitteilungen a.a.o. 1960-70
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