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Alt 29.09.2010, 19:23   #3   Druckbare Version zeigen
dhanebeck Männlich
Mitglied
Beiträge: 42
AW: Destilation von Orangenschalen

Bei der Wasserdampfdestillation geht es darum, das "Orangenaroma" von anderen
festen Bestandteilen der Orangenschalen zu trennen.

Man könnte überlegen, wie sich das machen lässt, dann erkennt man die Vorteile der Wasserdampfdestillation:
1. Idee: Mit Lösungsmitteln das Aroma aus den Schalen lösen, filtrieren und das Lösungsmittel wieder entfernen.
Das Verfahren hat den Nachteil, dass das Lösungsmittel giftig sein kann, mit den Aromen reagiert und schlecht entfernt werden kann.

2. Idee: Destillation (ohne Wasser): Die Aromen haben einen zu hohen Siedepunkt, heizt man für die Destillation hoch genung, zersetzen sich die Aromen und Orangenschalen vor oder während der Destillation zu irgendetwas, was an schwarzen Teer erinnert, aber nicht an Orangenaroma. Bei 100 °C ist der Dampfdruck der Orangenaromen zu gering, als dass genügend Dampf für eine Destillation dann abgekühlt werden könnte. (Man könnte jetzt probieren im Vakuum zu destillieren, aber da hat man den Aufwand das Vakuum zu erzeugen und die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, dass nichts passiert).
3. Idee: Wasserdampfdestillation (=Destillation in Anwesenheit von viel Wasser).
Vorteil: Das Wasser begrenzt die Temperatur auf ca 100 °C, da zersetzen sich die Aromen noch nicht. Das zugeführte Wasser gilt als ungiftig und Orangen enthalten von Natur aus Wasser. Der Dampfdruck der Aromen ist bei 100 °C aber schon so hoch, dass ein Teil als Dampf aus der "Schalen-Wasser-Suspension" entweicht. Der entstehende Wasserdampf bei der Wasserdampfdestillation transportiert diesen Aromaanteil dann zum Kühler, wo Wasser und Aroma wieder flüssig werden. Die Besonderheit bei den "wasserdampfflüchtigen" Verbindungen ist jetzt, dass sich das Aroma nicht nennenswert im Wasser löst sondern sich als eigene Phase von selbst vom Wasser abtrennt. Somit hat man ein "reines" Orangenaroma, dass nicht mit giftigen reaktiven Lösungsmitteln in berührung gekommen ist (siehe Idee 1) und keine aufwändige Technik (Vakuumdestillation, Idee 2) benötigt.

Drei Punkte sind für die Wasserdampfdestillation wichtig:
1.) Keine unerwünschte Reaktion (der Aromen) mit dem heissen Wasser.
2.) Ausreichende Flüchtigkeit (der Aromen) bei 100 °C.
3.) Sehr geringe Löslichkeit (der Aromen) in flüssigem Wasser (damit sich am Ende zwei Phasen bilden)


... schau mal, wie man das ins Protokoll bringt...
Viele Grüsse
Dieter
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