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Alt 28.09.2010, 21:20   #1   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
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Chemie-Nobelpreis 2010: Die Kandidaten - Chemie

Ist etwas schon wieder ein Jahr rum? Nächsten Mittwoch um viertel vor elf wird das Nobel-Komitee den diesjährigen Preisträger in Chemie benennen. Höchste Zeit, sich ein paar Gedanken zu machen und beim alljährlichen Preisträger-Raten mitzumachen. Ich hatte ja schon letztes Jahr anklingen lassen, dass ich gerne jemanden aus dem Dunstkreis der Palladium-Katalyse geehrt sehen würde, also Suzuki, Sonogashira oder Heck. Angesichts der Bedeutung dieser Reaktionsklasse wäre es ziemlich absurd, wenn es dafür nicht irgendwann den einen oder anderen Nobelpreis gäbe. Allerdings habe ich inzwischen meine Zweifel, dass sie es werden, und damit bin ich nicht allein. Zu viele Leute, die man da übergehen würde.

Ganz oben auf fast allen Listen (u.a. bei ChemBark) stehen dieses Jahr Zare und/oder Moerner für ihre Beiträge zu Lasermethoden und Einzelmolekülspektroskopie. Die Technik hat sich seit ihrer Entwicklung in den Biowissenschaften ausgebreitet wie Läuse in einem Kindergarten und ist definitiv preisverdächtig. Gute Chancen haben auch Gray und Lippard, die im Wesentlichen die Bioanorganische Chemie erfunden haben, Gray mit seinen Elektronentransfers, Lippard mit den Metalloproteinen. Außerdem hab ich noch Victor Ambros auf dem Zettel, der die erste regulatorische RNA entdeckt hat.

[Bild]

Auch die Simpsons raten mit. Episode vom 26. September, Screenshot von Everyday Scientist.

Für unwahrscheinlich halte ich einen Chemie-Nobelpreis für Chambon und Kollegen, die für ihre Forschungen an Kernrezeptoren zu den Favoriten gezählt werden. Nach GFP und Ribosom reicht es jetzt erstmal für ne Weile mit Peptidzeugs, und der allgemeine Unmut über die Bio-Lastigkeit der letzten Preise dürfte auch am Nobel-Komiteee nicht vorbei gegangen sein. ähnliches gilt für Horwich und Hartl, die für ihre Arbeit an Hitzeschockproteinen geehrt werden könnten. Vielleicht trifft man diese Leute ja beim Medizin-Preis wieder.

Als aussichtsreiche Außenseiter sehe ich Krzysztof Matyjaszewski, der zu den bemerkenswerten Entwicklungen in der Polymerchemie, speziell die "lebenden" und pseudo-lebenden (radikalischen) Polymerisationen, beigetragen hat. Und eigentlich wäre die Nanotechnik auch inzwischen reif für einen Preis, die Kandidaten hier sind Whitesides und/ oder Lieber. Martin Karplus würde ich auch nicht völlig abschreiben, schon weil die Theoretiker und Computer-Leute seit zehn Jahren leer aus gegangen sind.

Was sagt ihr?



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Quelle: Fischblog - Wissenschaft für alle

Geändert von Godwael (28.09.2010 um 22:48 Uhr)
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