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Alt 12.09.2010, 20:32   #9   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Wofür braucht man das Orbitalmodell? (weiterlesen)

Ich vermute mal es bestehen da gewisse Misverständnisse. Das Orbitalmodell untergliedert das Schalenmodell in Orbitale s, px, py, pz, d1, etc.

Das ist nett und schön. Nur arbeite ich als Chemiker damit etwa? Sagt der Chemiker etwa "Oh das ist aber über das py-Elektron gebunden worden und daher besonders stabil"?

Zitat:
Zitat von Alchymist Beitrag anzeigen
Erklär' mal ohne Orbitale Bindungswinkel, Bindungslängen u.ä.
-> Erklärs doch mal mit!
Ansonsten schrieb ich bereits:
Zitat:
Zitat von Firlefanz07 Beitrag anzeigen
Eine praktische Bedeutung haben sie eigentlich nur in der physikalischen Analytik.
Und ja, wenn ich Bindungswinkel und Längen messe betreibe ich physikalische Analytik.

Das Orbitalmodell ist ein Modell zum Verständnis der Elektronenhülle. Nicht mehr. Die Quantenmechanik liefert die interessanten Sachverhalte, diese sind aber nicht dem Orbitalmodell zuzuordnen sondern quantenmechanische Gegebenheiten. Das diese ebenfalls die Grundlage für das Orbitalmodell darstellen bedeutet dabei keine Korrelation.

Daher ist die Quantenmechanik elementar wichtig, das Orbitalmodell hingegen nicht. Die Quantenmechanik mit der Elektrodynamik beschreiben die chemischen Effekte. Im großen kommt die Thermodynamik hinzu.

Konkret: Das Pauliprinzip ist Grundlage des Orbitalmodells und die Grundlage der Valenzbindungen in der Art: Orbitalmodell folgt aus Pauliprinzip, Valenzbindungen folgt aus Pauliprinzip aber Valenzbindungen folgen nicht aus Orbitalmodell.

Aber bitte zeige mir jemand mal wo in irgendwelchen chemischen Gleichungen auf die konkreten Orbitale Bezug genommen wird ...

Oder anders herum: Valenzstrichformeln: Hier wird immer nur mit der Elektronenschale gearbeitet und nie mit Orbitalen. Deshalb werden auch Schalenelektronen gemäß Pauliprinzip gezeichnet und nicht gemäß Orbitalen, denn diese werden dann ja gerade in Hybridorbitale aufgelöst, daher die Orbitale spielen dann gerade keine Rolle mehr. Das Pauliprinzip spielt aber immer eine Rolle, weshalb dies auch in der Valenzschreibweise zum Ausdruck kommt.

Anders in der Physik und damit auch in der physikalischen Chemie. Denn da sind die unterschiedlichen Energieviveaus der Orbitale bedeutend, bei Wechselwirkungen mit anderen Quanten.

Also in der physikalischen Analytik sprich bsp. Farbe/Lichtabsorption im Spektrometer. Da macht es einen Unterschied ob eine Elektron im px, py, pz Orbital angeregt wurde (andere Spektrallinie). Bei einer Bindung mit sp3-Hybridorbital ist das Wurst wo ein Elektron nun eigentlich herkommt.

Bzw. zeig mir doch mal die py-Orbitale in der Verbindung CCl4 und erkläre mir wie sich das chemisch auswirkt? Na? Gemerkt? Es spielt keine Rolle!

Okay, etwas gibt es trotzdem, es beschreibt, warum Nebengruppenelemente eben solche sind und warum bei den Nebengruppenelementen andere Regeln für die Vervollständigung der äußersten Schale gelten.

Und noch etwas: Niemand weiß wie die Orbitale nun aussehen oder wie deren Wellengleichungen sind und bei Bindungen schon gleich gar nicht aus welchen Orbitalen nun eigentlich ein Elektron kommt. Daher spielen sie auch keine Rolle in der Chemie.
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