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Alt 03.06.2010, 18:35   #6   Druckbare Version zeigen
DrGeorg Männlich
Mitglied
Beiträge: 848
AW: herstellung von seifen

Zitat:
1. warum zum teufel wird der seifenlösung am ende der herstellung noch kochsalzlösung beigefügt? Damit die eigentliche Seife (also die Natriumsalze deiner Carbonsäuren) präzipitiert (ausfällt) und von der Mutterlauge, die das Glycerin enthält, getrennt werden kann.
Der Grund und Wirkungsmechanismus ist das sog. "Aussalzen", das
auch in der präparativen Chemie angewandt wird.
Das zugesetzte Kochsalz bindet viel Hydratwasser und erhöht die
Ionendichte der Mutterlauge. Beides reduziert die Löslichkeit der
Seife.
Zitat:
In der Seife noch ein Teil nicht umgesetztes NaOH enthalten. Dieses kann man neutralisieren, um ein Produkt ohne "freies Alkali" zu erhalten. Industriell benutzt man dafür Etidronsäure o.ä.
Das wäre ein teurer Spaß und obendrein nicht ganz unbedenklich,
eine pharmakologisch wirksame Substanz zu verwenden.
Seife wird heute im obigen Sinn überhaupt nicht mehr "gekocht",
(außer vielleicht auf Biohöfen oder in der 3ten Welt)
heute betreiben die großen Fettverarbeiter (Henkel etc) sog.
Dampfspaltung der Fette. Das geht sehr schnell und liefert direkt
die wasserunlöslichen Fettsäuren neben einer recht konzentrierten
Wasser/Glyzerin-Mischung. Die Fettsäuren kann man dann mit der
exakt passenden Menge NaOH versetzen, wenn man Seife machen will.

Mit Soda bzw. Pottasche hat man bis zur Einführung der
Chloralkalielektrolyse alle Seife gekocht, da die reinen Laugen
teurer waren. Mit Kali (Pottasche) erhält man Schmierseife.
Heute sind die Karbonate teurer als die Laugen.
Die "Reitzigkeit" diverser Laugen ist hier kaum relevant,
denn wir reden über die Konzentration und Temperatur beim Seifekochen.
Dabei ist es ziemlich gleichgültig, welches "fixes Alkali" man
verwendet, derlei Brühen sind übel, speziell in den Augen.
Es gibt auch "Seifen" aus LiOH oder Erdalkalien bzw Übergangsmetallen,
aber nicht zum "Waschen", dazu wären die nicht geeignet oder viel zu teuer.
Gruß
Georg
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