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Alt 01.06.2010, 00:34   #3   Druckbare Version zeigen
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AW: Reaktion von Tetracyanonickelat mit NaOH/Br2

Hallo Ioenchen,

Nach meinen Erfahrungen ist das so eine Sache, von der man besser die Finger lässt, oder, wenns nicht anders geht, gebührende Vorsicht walten lässt. Ja,es tut sich was auf leider recht unberechenbare Art und Weise. Im Gegensatz zu [Co(CN)6]3- ist [Ni(CN)4]2- viel weniger inert und wird deshalb in Lösung von starken Oxidationsmitteln angegriffen. Dabei wird vorerst Cyanid oxidiert, wobei es gut vorstellbar ist, dass intermediär auch unstabile Ni(III)- oder gar Ni(IV)-Spezies entstehen können. Bei vollständiger Oxidation aller 4 Cyanid-Liganden entstehen auch gasförmige Produkte, je nach pH-Wert der Mischungen, nämlich N2 und CO2. Ist genügend überschüssiges Oxidationsmittel (Hypobromit, bzw. Br2) vorhanden, ist das Endprodukt der Reaktion eine Aufschlämmung von schwarzem Ni(III)-oxid-Hydrat in einer wässrigen Salzlösung.
Vor vielen Jahren hab ich im Labor einmal grössere Mengen von [Ni(CN)4]2--Lösungen mit überschüssiger Javel-Lauge (Natriumhypochlorit-Lösung) "entgiftet". Zuerst passierte nicht viel nach dem Zusammengiessen, nach ca. 15-30 Min. begann das Ganze plötzlich zu schäumen, wurde warm und endete schliesslich mit dem Ausstossen von Dampf und Verteilen von ca. der Hälfte der Reaktionsmischung in Form eines schwarzen Schlammes über einen grösseren Teil der in der benutzten Kapelle zur Verfügung stehenden Arbeitsfläche.

Gruss, freechemist
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