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Alt 26.05.2010, 16:36   #23   Druckbare Version zeigen
Alchymist Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.129
AW: Chemie und Natur

Man muss in der Argumentation sicherlich trennen: nicht alles was natürlich ist, ist gut - nicht alles was "künstlich" ist, ist schlecht - aber das heißt noch lange nicht, dass sie in jeder Hinsicht gleichwertig sind.

Dein Beispiel mit dem Laborsteak gruselt mich ehrlich gesagt auch. Warum sollen wir künstlich Nahrung in der Fabrik herstellen, wo es so viele schöne auf biologischem Weg hergestellte Sachen gibt. Die ganze Industrienahrung, die auf Ersatzstoffen und Surrogaten beruht, mag ich nicht. Ich finde auch nicht erstrebenswert, durch den Einsatz von Gentechnik Tomaten herzustellen, die nach vier Wochen noch frisch aussehen. Besser wäre es, die Tomaten wären wirklich frisch!
Nebenbei muss man aber anmerken, dass unsere heutigen leckeren Lebensmittel so in der "Natur" gar nicht vorkamen. Der Mensch hat sie in Jahrhunderten der Zucht zu dem gemacht, was sie heute sind. Schau dir z.B. mal den Vergleich des wilden Vorfahren des Mais mit seiner heutigen Form an:

(Quelle: http://www.nytimes.com/2010/05/25/science/25creature.html)

Warum sollen wir nicht die Natur für unsere Zwecke nutzen? Biologische Systeme machen vieles viel effektiver, als der Laborchemiker. Daher geht doch auch ein Trend dahin, biologische System zur Herstellung von Medikamenten u.a. zu nutzen. Im Radio sagte man neulich (in einem Beitrag über das synthetische Bakterium von Craig Venter), dass wir im Zeitalter der synthetischen Biologie angekommen wären. Gut so. Die Biologie macht zumindest deutlich weniger Abwasser, Abfall und Abgase als jede Chemiefabrik und arbeitet sehr energieffizient. Das heißt natürlich im Umkehrschluss nicht, dass Chemie oder Chemiker verzichtbar wären...
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Schöne Worte sind nicht wahr.
Wahre Worte sind nicht schön.
(Laotse)
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