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Alt 30.04.2010, 19:20   #1   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
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Kleines Ölpest-Update zum Wochenende - wieviel ist da unten insgesamt? - Allgemein

Seit meinem ersten Beitrag zum Thema ist die Schätzung des täglich ausströmenden öls signifikant nach oben korrigiert worden, von 160.000 Liter auf etwa 800.000 Liter. Außerdem haben die ersten Ausläufer des ölteppichs am Mississippi-Delta die Küste erreicht und die ersten Seevögel eingeölt.

Auf der Basis von Daten der National Atmospheric and Oceanic Administration (NOAA) hat die Zeitung Times-Picayune Karten von den voraussichtlichen Ausmaßen des ölteppichs heute und morgen erstellt.





Die roten Bereiche kennzeichnen Regionen, in denen der ölteppich auf die dem Delta vorgelagerten Sandinseln trifft, die ein bedeutendes Habitat für Seevögel darstellen.



(Abbildungen via DailyKos/FishOutOfWater)

Ich vermute, den letzten Satz konntet ihr alle mitsingen. Derzeit versuchen die Hilfskräfte, das öl mit schwimmenden Sperren vom Strand fernzuhalten, aber da der ölteppich schon jetzt länger ist als alle Sperren zusammen, mit wenig Aussicht auf Erfolg. Außerdem soll laut Wettervorhersage der Wind übers Wochenende deutlich auffrischen, und bei Seegang sind die Sperren nutzlos.

Die Wellen bedeuten auch, dass man wohl von weiteren Versuchen absehen muss, das öl auf offener See zu verbrennen. Zu dieser Methode, und weswegen sie nicht besonders tiefsinnig ist, hat Björn Lohmann gestern ein bisschen was geschrieben.

Von qualifizierter Seite ist zu vernehmen, dass viele öl-Leute nicht daran glauben, dass sich der Ausbruch in so einer Tiefe stoppen lässt, und schon gar nicht binnen weniger Wochen. Bei der Idee mit der Fangglocke herrscht grundsätzliche Skepsis, erstens weil das Verfahren in solchen Tiefen nicht erprobt ist und zweitens weil offenbar die Möglichkeit besteht, dass die Installationen am Meeresgrund dabei zerstört werden und das Problem noch viel schlimmer wird.

Außerdem scheint es absolut nicht sicher zu sein, dass eine Rettungsbohrung zum Erfolg führt, und selbst wenn, seien drei Monate als Zeitrahmen arg knapp. Die einzige realistische Hoffnung auf ein schnelles Ende sei der Blowout-Preventer, der beim ursprünglichen Ausbruch zwar versagt hat, aber vielleicht, vielleicht doch noch irgendwie reaktiviert werden kann.

Das führt uns zu der Frage, wie viel öl insgesamt in dem Feld drin ist. Da habe ich einigermaßen gute Nachrichten, denn das betroffene Feld namens Macondo ist im Vergleich zu anderen Funden in der Golfregion klein. Dieser Quelle zufolge enthält es einige zehn Millionen Barrel öl - zum Vergleich: Die größten Supertanker können bis zu vier Millionen Barrel transportieren. Es hätte schlimmer kommen können. Das Tiber-ölfeld, das die Deepwater Horizon letztes Jahr angebohrt hat, enthält etwa drei Milliarden Barrel.



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Quelle: Fischblog - Wissenschaft für alle
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