Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 11.03.2010, 10:05   #24   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Edelstahl - Anlassfarbe auf Herdabdeckplatte

Zitat:
Zitat von magician4 Beitrag anzeigen
...

P.S.: @t4z: du hast hier zumindest eine reihe von chemiefachleuten am start, so von wegen "profis"
aber wir wissen eben auch nicht immer alles
wir versuchen dann halt hier gemeinsam laut und oeffentlich nachzudenken
Nicht nur solche – mir ist die gesetzliche Regelung in Deutschland nicht bekannt, aber bei uns in Österreich ist für das Gastgewerbe eine fachliche Befähigung nachzuweisen die final meist in der s.g. Konzessionsprüfung der zuständigen Kammer fußt. (Siehe Bundesgesetzblatt im Link)

So stelle ich mir vor, dass diese Hürden in Deutschland ähnlich gehalten sind und im neuen Lokal ums Eck nicht ein gelernter Automechaniker die Nudeln kocht, und der Maurermeister von nebenan diese mit fester Hand kompetent serviert...

Ob nun ein Chemiker oder Gastronom geeigneter ist über das Kochen von Nudeln zu befinden, will ich nicht beurteilen.
Aus meiner Betriebsküche ist mir über die Jahrzehnte jedenfalls keine Beobachtung bekannt in welcher Nudeln, oder auch andere Teigwaren üblichen Edelstahl vor Qxidationen bewahren oder gar ein reduktives Potential erkennen hätten lassen können, was wohl u.a. daran liegen könnte, dass die Oberflächen dort täglich starker Nutzung unterliegen und die hohe Qualität des Materials auf eine gut ausgebildete Passivschicht in der Korngrenze des Gefüges schließen lässt.
Viel eher hege ich die Vermutung, dass bei billigen Stählen die gerade einmal an der Erfordernis der Güte WNr.1.4301 und besonders 1.4306, wie diese für billige tiefgezogene, oder anderwertig kaltverformte Bedarfsgegenstände des Haushalts- und semiprofessionellen Bereiches Verwendung finden, eher nur 'vorbeischrammen'...

In meiner Freizeit schweiße ich sehr gerne, zunehmend auch hochlegierte Stähle vornehmlich im WIG-Verfahren und mache da oft die Beobachtung dass die Oberflächen rasch Anlauffarben zeigen, im weiteren Fertigungsprozess nach der ersten meist flusssauren Beizung und Wiederherstellung der Passivschicht weniger Tendenzen zur Oxidation durch Wärmeeinfluss haben. Was vermutlich daran liegen dürfte, dass die Oberflächen des Fertigungsmaterials nicht passiviert in den Handel gelangen bzw. durch das Bürsten, Stanzen und mech. Umformen ohne thermische Vorbelastungen bei der ersten Benutzung dann leicht zur Oberflächenoxidation neigen.

Was diese Nudelgeschichte betrifft, so kann von 'al dente' keine Rede sein – die Geschichte ist wohl endgültig durch!

Seltsam finde ich nur wie oft heute von Fachleuten beliebiger Fachrichtungen am Altar der wachsenden Ochlokratie der Massen geopfert wird...
  Mit Zitat antworten
 


Anzeige