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Alt 17.02.2010, 19:18   #9   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Duran-Schott Glas wie hoch erhitzbar....?

Zitat:
Zitat von freechemist Beitrag anzeigen
Nach meinen Erfahrungen halten Duran-Schott-Bechergläser locker 500 - 600oC aus, ohne sich dimensionell zu verändern. In solchen habe ich im Muffelofen bei Temperaturen um 550oC des öftern Platingruppen-Metalle in sauren Salzschmelzen aufgeschlossen - sogar mit aufgelegten Uhrgläsern, um Kontaminieren der Reaktionsmischungen durch abbröselndes Muffelmaterial zu vermeiden, ohne je Probleme gehabt zu haben beim Entfernen der Uhrgläser nach Abkühlen.

Es kommt darauf an, wie stark mechanisch die belastet werden und über welchen Zeitraum.
Ab der Transformationstemperatur ist per definitionem das Glas kein Festkörper mehr, sondern eine Flüssigkeit (Schmelze) mit einer Viskosität von 1013 dPas. Das ist schon ne ganze Menge Holz, da kann man ein bisschen Probe in das Becherglas kippen, ohne dass es sich signifikant in den Dimensionen verändert.

Zitat:
Kommt auch auf die Dicke des Glases an. Bei 0.5 cm Wandstärke würde ich ohne Zögern auf 600 °C gehen. Bei 0.5 mm ist mit Sicherheit ab 400 °C schon eine Verformung zu sehen.
Es gibt noch den sog. Strain Point von 1014,5 dPas, der ermittelt wird, indem ein vertikal eingespannter dünner Glasfaden sich unter dem eigenen Gewicht einschnürt (sozusagen ein Zugversuch). Die dazu korrespondierende Temperatur würde ich für sehr dünnwandige Glasgefäße als Obergrenze ansehen. Aufgrund der geringen technischen Bedeutung wird diese Temperatur kaum noch / gar nicht experimentell ermittelt.

Wobei mich interessieren würde, ob das Glas durch die Salzsschmelzen angegriffen wird oder die Salzschmelze Ionen aus dem Glas aufnimmt?! Ist da makroskopisch etwas zu erkennen oder treten bei der Analyse der Salzschmelzen "Fremdionen" auf?

Ein "Festbacken" würde man vermutlich frühestens ab dem Erweichungspunkt feststellen, also um die 800°C.
Aber ab dem Zeitpunkt werden vermutlich Platin- oder Keramiktiegel über lange Sicht billiger .
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"Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, dass meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken."
(J.W.Goethe: Die Leiden des jungen Werther)
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