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Alt 08.02.2010, 23:10   #15   Druckbare Version zeigen
Allchemist Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.129
AW: Explosionsgrenze und MAk-Werte

Zitat:
Zitat von hanna62 Beitrag anzeigen
Hallo,

im Rahmen eines QM-Audits muss ich das worst case Szenario für einige Gase im Labor schreiben, deren Dämpfe explosive Atmosphären erzeugen können. Dann habe ich im Internet die unteren & oberen Explosionsgrenze und MAk-Werte gefunden.
Die folgenden Gase sind in Flasche vorhanden:



Nr., Gas, Flaschengröße (Liter), Konzentration und Druck
  1. CO in N2, 10 Liter, Konz. 10 ppm, Druck 150 bar
  2. Propan, 14 Liter, Konz. 20 Vol.-%, Druck 80 bar
  3. Ethan, 2 Liter, Konz. 50 Vol.-%, Druck 14 bar
  4. Methan, 1 Liter, Konz. 100 Vol.-%, Druck 14 bar
  5. Kohlenmonoxid, 10 Lter, Konz. 1 Vol.-%, Druck 150 bar
  6. Stickstoffmonoxid, 1 Liter, Konz. 200 ppm, Druck 14 bar
  7. Wasserstoff, 14 Liter, Konz. 100 Vol.-%, Druck 150 bar
Nun muss ich die Konzentration im Falle, dass eine Flasche umgefallen ist oder ein Leck hat.

Könnte mir jemanden dabei helfen, wie man das berechnet bitte?

Vielen dank im Voraus.

Liebe Grüße,

Michael

Hallo,


bevor Du rechnest, lies bitte erstmal die einschlägigen Vorschrifetn:

BGR 104 - nur noch beschränkt gültig, aber als Erkenntnisquelle nutzbar
TRBS 2152 Teil 1

findest du im WEB zum download.

Danach ist für die Beurteilung einer Explosionsgefahr nur der Normalbetrieb und vorhersehbare Störungen heranzuziehen.

Ein Leck in ner Druckgasflasche zählt mit einiger Sicherheit nicht dazu.
Daneben gibt es in BGR104 eine Formel zur Berechnung der Konzentration bei vorhandener Lüftung.

Rechnest Du zB. Deinen Wasserstoff bei kompletter Entleerung der lasche auf das Raumvolumen hoch, so kommt in grober Überschlagsrechnung raus:


0,014 m³/120m³ *150 bar/1bar= 0,0175 oder 1,75% (v/v) untere Ex-Grenze 4% v/v

wird nicht erreicht. Das gilt aber nur bei gleichmäßiger Verteilung des Wasserstoffs über den Raum. Damit kann es in der unmittelbaren Umgebung des Austrittsstelle durchaus zu gefährlichen explosiven Gemischen kommen.

Aber wie gesagt: das ganze mal nach den Vorschriften betrachten.

Übrigens bin ich mir nicht sicher, ob derartige Mengen an hochentzündlichen Stoffen überhaupt im Labor aufbewahrt werden dürfen.

Wir installieren dafür normalerweise Flaschenschränke im Freien.


Grüße Allchemist
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