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Alt 28.01.2010, 19:42   #5   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Glas in der Schule herstellen

Ist dein Gemenge denn geschmolzen? Und ist es glasartig erstarrt?

Wenn ja, dann hat es geklappt!

Dass es zähflüssig war, bedeutet in dem Fall dann nur, dass die Temperatur "nicht gestimmt" hat. Je höher die Temperatur, desto geringer die Viskosität.
Glasschmelze ist auch i.d.R. nicht dünnflüssiger als Honig. Es gibt Ausnahmen, wie Fluorophosphatgläser, die schon bei 650°C-800°C fast so flüssig sind wie Wasser und langsam beginnen zu verdampfen.

Also hast du einmal die Möglichkeit, die Temperatur zu verändern. Evtl. hast du nicht den heißesten Punkt der Flamme ausgenutzt, dann könntest du die Höhe deines Tiegels über der Flamme noch verändern.

Dass die Eisenklammern geschmolzen sind ist sehr gefährlich und spricht dafür, dass die Flamme eigentlich heiß genug ist. Pass bloss auf, dass dir der Tiegel mit der Glasschmelze nicht in den Schoß fällt, wenn die schmelzenden Metallklammern das Gewicht des Tiegels nicht mehr halten können. *aua*
Optimiere lieber den Aufbau. Du könntest Isolierwolle (Asbest (hab ich nicht gesagt :P ) od. andere keramische Faserwerkstoffe) benutzen um sie vor allzu großer Hitze zu schützen.

Eine andere Möglichkeit ist, das Gemenge zu verändern.
Hast du Blei- oder Eisenmennige verwendet? Bleimennige würde sich aufgrund seiner Struktur grundsätzlich besser eignen.
Und welchen Salpeter? Gibt ja schließlich auch mehrere. Welche Funktion soll der denn haben?

Viskositätsverringernde Maßnahmen sind z.B. Reduzierung des SiO2-Gehalts.

Liefert deine Literatur irgendwelche Werte zu diesem Glas wie z.B. Transformationstemperatur o.ä.?

Könntest du dein Rezept in Masse-% umrechnen?


Achja, die Korngröße spielt auch noch eine entscheidende Rolle:
Für den Quarzsand gilt grob 180µm < d < 350µm

Zu groß: Schmilzt schlecht auf.
Zu klein: Staub bildet Klümpchen > 350µm und schmilzt schlecht auf.
__________________
Wissen ist gefährlich, Unwissen die Gefahr!

"Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, dass meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken."
(J.W.Goethe: Die Leiden des jungen Werther)

Geändert von Kalomel (28.01.2010 um 19:49 Uhr)
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