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Alt 05.12.2009, 18:46   #11   Druckbare Version zeigen
Firlefanz07  
Mitglied
Beiträge: 76
AW: Welcher Satz ist korrekt?

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Was ich geschrieben habe, gilt prinzipiell genau so für endotherme Reaktionen. Denn penibel betrachtet ist z.B. ein nur aus X2 - Molekülen bestehendes Gas prinzipiell nicht stabil. weil es nämlich unter allen Bedingungen eine im Gleichgewicht

{X_2 \ <-> \ 2 \ X}

koexistierene Konzentration von X - Atomen gibt.

Mon konnte auch sagen dass jeder Reinstoff instabil ist , ja nicht einmal eine Realität sein kann, sondern nichts anderes darstellt als ein theoretisches und damit abstraktes Konstrukt, mit dieser peniblen Sicht betrachtet also nicht unähnlich ist dem Modell eines idealen Gases. Was aber Philosophen, vor allem aber philosophich engagierte Didaktiker nicht daran hindert zu behaupten, dass Stoffe etwas Konkretes seien.
Sicher zerfallen auch Stoffe in endothermer Reaktion. Nimmt man noch die Entropie hinzu und viel Zeit ...

Und ja, einen Reinstoff dauerhaft zu erhalten ist je nach Stoff nicht ganz unkompliziert, was sich hauptsächlich bei hochreaktiven Stoffen nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis schwierig gestaltet.

Die Einstellung eines Gleichgewichtes könnte man noch in die Stabilitätsdefinition aufnehmen.

Hat jemand eine gute Definition von chemischer Stabilität?

Wenn ich mal den Riedel heranziehe, frei zitiert (S. 302):

stabil: Befindet sich im Gleichgewicht
metastabil: Die Aktivierungsenergieschwelle bildet ein kinetisches Hemmnis
instabil: sofortige Weiterreaktion ohne Überwindung einer Aktivierungsenergieschwelle

Dementsprechend wären die exothermen Zerfälle bestenfalls metastabil, die endothermen stabil.

Und Wasserstoffperoxid(-lösung) wäre mindestens metastabil.

Aber Du hast natürlich recht, denn der geneigte Betrachter würde, z.B. reinen Schwefel, der also nach obiger Definition ebenfalls metastabil ist, wenn an Luft als stabil einstufen, weil es unter Normalbedingungen nicht zu einer Entzündung kommt.

Und da sind wir vielleicht doch wieder bei der Spontanität.

Wasserstoffperoxid zerfällt hingegen auch spontan, daher in dem Sinne, daß bei Normalbedingungen keine Aktivierungsenergie von außen zugeführt werden muß.

Man kann also auch die Größe der Aktivierungsenergie heranziehen und damit, ob diese mit hinreichender Wahrscheinlichkeit thermodynamisch auch unter Normalbedingungen überschritten wird. Ist das der Fall, könnte man hier sowohl die Definition für spontanen Zerfall als auch von instabil anlegen.

Zumindest würden wir mit dieser Definition die beobachtbare Erfahrung festlegen und daher wäre eine brauchbare Festlegung getroffen.

Und entsprechend wäre dann Wasserstoffperoxid sowohl instabil als auch von spontanen Zerfall betroffen. Schwefel/Luft wäre jedoch lediglich metastabil, daher man bräuchte noch einen Aktivierungsschubs von außen.

Und stabil wäre dann, wenn es auch durch Aktivierungsenergie nicht zu Zerfall, bzw. Weiterreaktion anregbar ist, was erstens der gängigen allgemeinen Definition von Stabilität entspricht (Widerstand gegen äußere Einflüsse) und auch der beobachtbaren.

Allerdings entsteht natürlich gleich das nächste Problem, nämlich die Systembetrachtung. Da ja fast jeder Stoff mit irgendeinem anderen eine exotherme Reaktion hat, müßte man bei der grundsätzlichen Definition, noch die Systeme der Alltagserfahrung einbinden. Das wäre bspw. mäßige Lichtzufuhr, übliche Raumtemperatur (mit etwas "Marge") und als Reaktionspartner die Luft. Daher die Stabilitätsaussagen wären ggü. Luft, bzw. bei Lösungen auch ggü. dem Lösungsmittel.

Ich denke so hätte man eine brauchbare Definition.
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