Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 06.10.2009, 21:44   #4   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.814
AW: NaOH Herstellung u. Einstellung mit C6H8O7

Zitat:
will ich doch in der Gewässerökologie und nicht im Chemielabor arbeiten
Gewässer => Chemie
Ökologie => Chemie
Noch Fragen?

Zunächst mal Definitionen:

c = Stoffmengenkonzentration mol/L
n = Stoffmenge mol
V = Volumen mL

M = Molmasse g/mol
m = Masse g

t = Titer
c = Konzentration
~c = ungefähre; gewünschte Konzentration (vor Titerstellung)

Zur Berechnung der Herstellung der Natronlauge:
500 mL 0,1 molare NaOH sollen hergestellt werden.
c = n / V
=>
n = c * V
n = 0,1 mol/L * 0,5 L
n = 0,05 mol

m = M * n
m = 40 g/mol * 0,05 mol
m = 2g NaOH


Zur Berechnung der Einwaage:

Hier ist es sinnvoll, zunächst einmal den ungefähr gewünschten Verbrauch an Natronlauge auszuwählen. Bei einer angenommenen Bürettengröße von 25 mL und ein wenig Wirtschaftlichkeit klingen doch 15 mL gar nicht so schlecht.
Gleiches Spiel wie oben, über das Volumen (15 mL entsprechend 0,015 L) und der Konzentration der Natronlauge wird die Stoffmenge an NaOH ausgerechnet. Über das Stoffmengenverhältnis (Dreisatz) kann jetzt die Stoffmenge an Citronensäure ausgerechnet werden, die dafür eingesetzt werden muss. Gemäß der Formel M=m/n ergibt sich nach Umstellen m=M*n, Molmasse von Citronensäure einsetzen, und man hat die Masse an Citronensäure, die man einwiegen muss um einen Verbrauch von 15 mL NaOH zu erreichen. Bei der Einwaage ist darauf zu achten, dass die Menge mit der zur Verfügung stehenden Waage gut einwiegbar ist. Es wäre für die Bestimmung fatal, bspw. 40 mg auf einer Oberschalenwaage einwiegen zu wollen. Sinnvoller wäre eine Einwaage 100 mg (oder mehr) auf einer Analysenwaage. Der Verbrauch an Maßlösung ist dann natürlich entsprechend anzugleichen.

Zur Berechnung des Titers:

1) Reaktionsgleichung:
3 NaOH + HCit -> NaCit + 3 H2O (so ungefähr jedenfalls)
=> Stoffmengenverhältnis 1 mol Citronensäure entspricht 3 mol NaOH

c=n/V => n = c * V wobei c die Konzentration deiner Citronensäure und V der Verbrauch in mL ist.
Jetzt hast du die Stoffmenge an Citronensäure. Über Dreisatz ergibt sich:

n(HCit) = 1
n(NaOH) = 3

=> n(NaOH) = n(HCit)*3

Die Stoffmenge an NaOH teilst du jetzt durch das Volumen, also 20 mL entsprechend 0,02L deiner Probe:
n(NaOH)/0,02L = c(NaOH)

Das ist die genaue Konzentration der Natronlauge. Der Titer errechnet sich jetzt aus der tatsächlichen (eben berechneten Konzentration) geteilt durch die gewünschte Konzentration ~c.

Anmerkung:
Normalerweise verwendet man für die Titereinstellung Urtitersubstanzen oder titriert die selbst hergestellte Maßlösung mit einer gekauften, zertifizierten Maßlösung. Eine selbst hergestellte Maßlösung mit einer anderen, selbst hergestellten Maßlösung einzustellen halte ich für nur wenig genau. Vor allem würde ich eine 0,1 molare Natronlauge mit einer 0,1 molaren Salzsäure titrieren, da sind schon die Volumina (sprich der Verbrauch) gleichwertig.
Was man sich von der Citronensäure erhofft, ist mir schleierhaft - höchstens der "erhöhte Rechenaufwand" (das Stoffmengenverhältnis Natronlauge zu Citronensäure ist nicht 1:1) würde das pädagogisch erklären.

Ich hoffe, das ganze ist soweit fehlerfrei. Bin schon ein wenig müde...
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
 


Anzeige