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Thema: Anode-Kathode
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Alt 08.09.2009, 14:51   #18   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Anode-Kathode

Dass aus einer wässrigen Kalilauge oder Kaliumnitratlösung kein Kalium abgeschieden wird, weiss ich natürlich. Ebenso, dass man in uneindeutigen Fällen die Reaktionsprodukte nicht ohne Kenntnis der Elektrodenpotentiale vorhersagen kann. Und dass zum Verständnis der Elekrodenpotentiale der Redoxbegriff gehört.
Woran ich dachte, waren Schulbeispiele, da ich als Lehrer an einem Gymnasium tätig bin. Zum Beispiel die Elektrolyse von Schmelzen (PbCl2, NaCl) oder von Lösungen (ZnBr2, CuBr2), die man behandelt, bevor man überhaupt von Redoxpotentialen spricht. Die Elektrolyse der Natronlauge z.B. kommt dann später - dann kann man in der Tat erklären, weshalb Wasserstoff und nicht Natrium abgeschieden wird. Bei den Anfängern liegt aber das Hauptaugenmerk auf Fragen wie : "wie kann ich zeigen, dass in der Kupferbromidlösung das Kupfer als Cu2+ vorliegt, oder Brom als Br-". Die Finessen, die Du im Sinn hast, kommen später dran.

Wenn man den Begriff der "chemischen Verbindung" bei 8. oder 9.Klässlern das erste Mal einführt, zeigt man z.B. die Elektrolyse des Wassers (in Wahrheit einer verd. Schwefelsäure). Aus dem Versuch lernt man, dass Wasser aus 2 Elementen aufgebaut ist. Das ganze ist eine Vereinfachung, und das bestreitet niemand. Aber es ist eine nützliche, da verständnisfördernde, Vereinfachung, und daher ist sie imho zulässig.

lg

PS Für meine Antwort brauchte ich geschätzte 5 Sekunden. Ich hätte hinzufügen sollen, auf welches schulische Niveau sie sich bezog.
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
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