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Alt 04.09.2009, 00:50   #34   Druckbare Version zeigen
malbi Männlich
Mitglied
Beiträge: 388
AW: Angstfach Chemie

Solche Gedichte gibt es sicherlich. Und bei Gedichten ist die Dichte der tiefgründigen Werke sicherlich auch höher, als bei Prosawerken. Es wird allerdings auch Romane geben, die einen ähnlich langen Entwicklungszyklus durchlaufen haben. aber eben auch solche, die als Geschichten geschrieben wurden, um sich zu verkaufen. Und meiner Meinung nach steigt deren Anteil mit der Zeit an. Und wer weiß, was unsere Nachfahren in 100 Jahren mal in "Harry Potter" oder "Illuminati" hinein interpretieren.

Und ein weiteres Problem ist, dass es extrem schwer ist, solche Interpretationen zu benoten bzw. zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Da zeigen sich dann meistens auch die Unterschiede zwischen den Lehrern.
Ich hatte beispielsweise sowohl solche, denen es im Prinzip egal ist, was man interpretiert hat, solange man seine Überzeugung anhand des Textes belegen konnte. Andere wiederum hatten eine Musterlösung, und wer etwas anderes interpretierte, hatte es falsch, egal wie genau er es belegen konnte. Und gerade zu Zeiten des Zentralabiturs, in denen die Klausuren anhand eines Punkteschlüssels korrigiert werde, ist das ganze recht fragwürdig.

Was wohl einer der größten Unterschiede zu Mathe, Physik, Chemie usw. ist. Denn das 2+2 4 ist, kann man beweisen. Dass eine galvanische Zelle aus zwei bestimmten Elementen eine definierte Spannung erzeugen, kann man nachprüfen. Aber dass Autor X mit seinem Werk Y genau auf diesen und jenen Missstand (und vor allem nur auf diesen) hinweisen wollte, ist so gut wie unmöglich nachzuvollziehen.
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