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Alt 03.08.2009, 12:37   #4   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.445
AW: Bevorraten und Lagern

Eine per Ferndiagnose nicht einfach zu beantwortende Frage, zumal sie recht offen gehalten wurde. Trotzdem ein Antwortversuch.
Handelt es sich um einen Labor- oder Produktionsbereich?
Im Laborbereich steht in der TRGS 526 recht viel zu den Gebindegrößen drin und sofern man diese einhält bzw. unterschreitet und das Labor entsprechend ausgerüstet ist, kann man von einem VSK ausgehen und benötigt somit keine größeren weiteren Aktionen.
Nun geht es schon weiter "Bevorraten von Tagesmengen am Arbeitsplatz".
Streng genommen müssten somit die "Tagesvorräte" am Ende des Arbeitstages entweder vollständig verbraucht sein, oder in ein entsprechendes Lager verbracht werden. In vielen Laboren trifft man auf keine der beiden Alternativen. Da stehen dann die Chemikalien über dem Labortisch mehr oder weniger geordnet im Regal.
Für brennbare Flüssigkeiten hilft die TRbF20 Läger weiter, auch wenn die VbF als zugrunde liegende Verordnung nicht mehr gültig ist. In der TRbF20 ist klar beschrieben, dass brennbare Flüssigkeiten nicht in Arbeitsräumen gelagert werden dürfen, mit Ausnahme in einem entsprechenden Sicherheitsschrank. Der scheint ja bei Dir vorhanden zu sein => spätestens bei Arbeitsende sollten sich alle brennbaren Flüssigkeiten im Sicherheitsschrank befinden.
Nun zu den giftigen Stoffen. Diese müssen unter Verschluß gehalten werden, so dass nur befugte Zugriff darauf haben. Dies kann in einem abschließbaren Schrank erfolgen, oder auch, wenn es entsprechende Zutrittsregelungen gibt, kann auch das Labor als solches als abgeschlossener Bereich gelten. Zur Zusammenlagerung von giftigen Stoffen mit brennbaren Flüssigkeiten ist der TRbF20 ebenfalls einiges zu entnehmen.
Bei den umweltgefährlichen Stoffen gehe ich einmal davon aus, dass es sich hierbei um gewässergefährdende Stoffe handelt. Dann ist das Wasserrecht zu beachten, welches leider Ländersache ist und sich somit von Bundesland zu Bundesland unterscheiden kann. Hier sollte ein Blick in die VAwS des jeweiligen Bundeslandes weiterhelfen. Pauschal kann man allerdings in fast allen Fällen davon ausgehen, dass eine Lagerung von umweltgefährlichen Stoffen zusammen mit brennbaren Flüssigkeiten zulässig ist. Eine entsprechende Auffangwanne findet man bereits in vielen Sicherheitsschränken vor. Hier sollte man das Volumen der Auffangwanne überprüfen, welches üblicherweise das Volumen des größten Gebindes sowie mindestens 10% des Volumens der eingelagerten Stoffe fassen muß.
Für die von Dir angesprochenen Druckgase gibt es dann noch die TRG280 (Technische Regel Druckgase) in welcher einiges zu finden ist.
Sowohl die Regelungen zu den Druckgasen, als auch die Regelungen zu den brennbaren Flüssigkeiten werden (schon seit einigen Jahren) nach und nach in die Betriebssicherheitsverordnung überführt. Entsprechend der in den letzten Jahren üblichen Vorgehensweise, werden hierbei die gesetzlichen Vorgaben weniger präzise vorformuliert, sondern den Betrieben mehr Handlungsspielraum, aber auch Verantwortung, übertragen. Dies bedeutet letzten Endes, dass der Betrieb über eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung darstellen muß, dass keine oder nur geringe Gefährdungen vorherrschen und wie mögliche Gefahren erkannt und rechtzeitig beseitigt werden.
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Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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