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Thema: Metallbarren
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Alt 13.07.2009, 17:00   #9   Druckbare Version zeigen
Kalomel Männlich
Mitglied
Beiträge: 948
AW: Metallbarren

Habe beruflich derzeit mit feuerfesten Materialien für Metallschmelzen zu tun und habe mir um Ostern rum ein Osterei aus einer Aluminiumlegierung (900°C) gegossen.
Habe dabei eine Kombination aus Fugenspachtel und Vogelsand (theoretisch hätt ich auch teurere High-Tech-Materialien nehmen können, aber ich wollt was billiges und einfaches ausprobieren) verwendet. Verhältnis Fugenspachtel : Vogelsand = ca. 35 : 65, angemacht mit Wasser, so dass eine gießfähige Masse entsteht. Die hab ich dann um ein normales Hühnerei herumgegossen. Wichtig ist, dass du deine Form 24h aushärten lässt, ausformst und nochmal 24h bei 110°C oder kürzer bei höherer Temperatur trocknest. Das Material hat den Vorteil, dass man keine Diamantwerkzeuge zum bearbeiten braucht, eine normale Bügelsäge tuts (solange du es nicht gebrannt hast).

Zur Sicherheit habe ich die Form dann in eine Kiste gestellt und mit Stampfmasse (Sand tuts auch) hinterstampft. Leider hat die Form nur einen Versuch ausgehalten, was aber daran lag, dass das Ei beim Guß verrutscht ist und die Form stellenweise zu dünn geraten ist. Beim Ausformen ist sie dann zerbröselt. Im Querschnitt konnte man an Hand von Rissen erkennen, dass die Temperaturwechselbeständigkeit nicht so hoch ist; evtl. ließe sie sich steigern, in dem man die Form brennt (600-800°C / 2h dürfte reichen).
Temperaturen über 1000°C würde ich für die Art der Form allerdings nicht empfehlen, also deinen Cu-Guss solltest du in eine andere Form erledigen.

Die Qualität des Gusses sowie die Haltbarkeit deiner Form lässt sich steigern, wenn du die Form vor dem Guß im Backofen bei maximaler Temperatur gut durchwärmst.

Pb und Sn sowie Al sollten alle kein Problem darstellen. Stell dich aber darauf ein, dass du mehrere Formen brauchen wirst. Es kann sein, dass sie direkt kaputt gehen - aus den verschiedensten Gründen. Daher empfehle ich auch dir eine Kiste, in der du die Form mit Sand hinterstampfst; selbst wenn sie dann nämlich kaputt geht, hält der Sand sie in Form und der Barren wird evtl doch noch was. Allerdings auf keinen Fall Wasser zum Verdichten nehmen.

Ansonsten siehe Tino:
Zitat:
Ton nehmen, trocknen lassen, erhitzen auf über 200 °C (Backofen zur Not).
Was mich noch brennend interessiert ist, wie du die hohen Temperaturen erzeugst und diese kontrollierst? Mit einem Fieberthermometer kommst du da nämlich nicht weit... Hat schließlich nicht jeder Material für ein entsprechendes Thermoelement zur Verfügung.
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Wissen ist gefährlich, Unwissen die Gefahr!

"Ich bin so glücklich, mein Bester, so ganz in dem Gefühle von ruhigem Dasein versunken, dass meine Kunst darunter leidet. Ich könnte jetzt nicht zeichnen, nicht einen Strich und bin nie ein größerer Maler gewesen als in diesen Augenblicken."
(J.W.Goethe: Die Leiden des jungen Werther)
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