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Alt 06.07.2009, 23:30   #13   Druckbare Version zeigen
Jonathan1 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 55
AW: Gesundheitsrisiko beim präparativen Arbeiten

Danke erstmal für die Antworten.

Ich war als ich den Beitrag schrieb ziemlich verärgert, vor allem über unsere Haustechnik, die die Schuld der Firma der Lüftungsanlage zugeschoben hat, aber im Falle einer Fehlfunktion wie dieser trotzdem das Ding regulieren und steuern kann.
Irgendwie fühlt sich niemand verantwortlich und der Dumme ist derjenige, der auf diese Technik angewiesen ist und das bin leider ich gewesen.
Ich bin mal durch andere Arbeitsgruppen spazieren gegangen und was ich da so gesehen habe, war recht gruselig. Lösemitteldampf und starker Geruch, geöffnete Lösemittelflaschen auch neben dem Abzug. Dazu dann nur Kommentare wie "ach, das ist doch nur Dichlormethan".

Ich bin sicher nicht überempfindlich, aber gerade bei Sachen, die sich so einfach vermeiden lassen, fehlt mir das Verständnis. Es ist schliesslich meine Gesundheit und ich sehe keinen Vorteil darin, meine Leber über die Jahre mit halogenierten KWs zu füttern.
Wie bereits gesagt, gerade bei Routinearbeiten wird man schnell nachlässig.

Aber dennoch bleibt natürlich die Ursprungsfrage: Wie schädlich ist das alles denn eigentlich?

Leider hab ich sowohl bei uns an der Uni, sowie hier im Forum nur Antworten zu einer Richtung bekommen.
Nämlich: "Ich habe ein Beispiel, in dem es jemand unter noch schlechteren Bedingungen arbeitet, also kann es bei mir nicht so schlimm sein."

Das ist eine Denkweise, die sicherlich menschlich ist, ich habe sie leider auch. Allerdings finde ich sie beim Nachdenken nicht besonders gut.
Nach dieser Denkweise kann man sich nämlich alles mögliche schön reden. Zum Beispiel das Rauchen: Helmut Schmidt ist schon über 90 und Kettenraucher, dann kann Rauchen ja wohl nicht so schlimm sein.
Und ich selbst kenne aus meiner Zivildienstzeit im Krankenhaus Spiegel-Alkoholiker, die über Jahre mehr als eine Flasche Schnaps am Tag getrunken haben. Kann es dann schlimm sein, wenn ich mich jedes Wochenende mit dem besaufe, was diese Menschen jeden Tag trinken?

Es ist wohl klar, was ich meine und ich will jetzt nicht den Besserwisser oder Moralapostel spielen, denn das bin ich nicht.
Allerdings soll mir (und anderen?) klar sein, welchen Standpunkt man bei solchen Betrachtungen einnimmt. Kann sich noch einer an den "Skandal" bei Ikea erinnern, als nachgewiesen wurde, dass die Sperrholzplatten eine gewisse Zeit lang Formaldehyd ausdünsten? Die besagten Pathologen aus dem Beitrag weiter oben, die täglich über den Formaldehyd-Wannen hängen, finden das sicherlich lächerlich. Wenn der Standpunkt allerdings ist, ob man kein Formaldehyd oder nur wenig in der Atemluft haben möchte, vielleicht schon wieder ein anderer.

Daher ist für mich vielleicht der Dampf von Dichlormethan auf Dauer schädlich, bzw. mit einem höherem Risiko verbunden, eine Krankheit zu kriegen, als wenn ich keinem solchen Dampf ausgesetzt wäre. Und das auch bei der Tatsache, dass früher noch die Arbeitsflächen mit Benzol abgewischt wurden.


Vielen Dank fürs Lesen
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