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Alt 30.06.2009, 20:12   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.862
AW: Acid mine drainage

Durch die oxidative Verwitterung von Pyrit FeS2 entstehen (Schwefel-)Säure und Fe2+ Ionen. Das Phänomen ist bekannt als "acid mine drainage" oder "acid rock drainage". Der Vorgang ist in gewissem Sinne autokatalytisch, da Fe3+, welches als weiteres Oxidationsprodukt von Fe2+ gebildet wird, die Oxidation von weiterem Pyrit katalysiert.

So. Und euer Versuch gibt vor, das nachzustellen ?
Welches Eisensulfat war es denn : Eisen(III)-sulfat oder Eisen(II)-sulfat ?
Und dann ist Pyrit FeS2, das normale Eisen(II)-sulfid aber FeS, ein Monosulfid. Wenn ihr den Versuch tatsächlich mit FeS gemacht habt, dann ist gar nicht einmal sicher, dass ihr "acid mine drainage" beobachten könnt, weil Monosulfide oxidieren ohne Säure zu erzeugen (dieser Punkt ist zwar umstritten). Ausserdem braucht das Phänomen Zeit, man kann nicht erwarten, dass man sofort nach dem Zusammenkippen von Fe(III) und Pyrit nennenswert (oder messbar) viel Schwefelsäure im Becher hat...
Der pH steigt beim Belüftung wieder an, weil die Sauerstoffreduktion Protonen verbraucht :
4 H+ + 4e- + O2 --> 2 H2O
Dadurch steigt der pH, und irgendwann fällt Eisenoxidhydrat aus : Fe3+ + 3OH- --> Fe(OH)3
Aus dem Grunde musst du Schwefelsäure zu den Proben geben (sonst fällt das Eisen aus, adsorbiert an Gefässwände etc. und du kannst es nicht mehr messen).

Beschreibe den Versuch mal näher, vor allem : wie lange dauerte er ?
Ich hab da so meine Zweifel...
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
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