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Alt 27.06.2009, 19:20   #1   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
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Themenersteller
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Blog-Einträge: 12
Abnehmen mit Essig. Oder: Von Mäusen und Magensonden

Es ist ja ein bekanntes Geschäftsmodell der Lebensmittelindustrie, irgendwelchen Nahrungsbestandteilen mit Hilfe von Studien heilsame Kräfte irgendwelcher Art zuzuschreiben. Jetzt ist im Journal of Agricultural and Food Chemistry gerade mal wieder so eine Veröffentlichung erschienen, diesmal über die Auswirkungen von Essig auf den Fetthaushalt von Mäusen. Essig wird ja mehr oder weniger regelmäßig irgendwo als Abnehmhilfe angepriesen, und das vorliegende Paper über eine Studie an Mäusen tritt mit dem Anspruch an, dafür Indizien zu liefern.

Ich bin allerdings misstrauisch, und zwar aus mehreren Gründen. Das fängt schon bei der Kopfzeile an. Wo arbeiten die Autoren?

Central Research Institute, Mizkan Group Corporation

Nun bin ich sicher kein prinzipieller Gegner von industrieller Forschung (schon weil die Industrie drei Viertel der Forschung finanziert), ein Blick auf die Firmen-Homepage gibt allerdings schon Hinweise auf, sagenwirmal, potentielle Interessenkonflikte:

Main Products
Vinegar, citrus seasoning, sweet seasoning, cooking wine...

Und das lässt einige Merkwürdigkeiten in diesem Paper in einem durchaus unvorteilhaften Licht erscheinen.



Die Forscher haben Mäusepopulationen mit kalorienreichem Futter versorgt und zugleich zwei Probengruppen mit Essigsäurelösung gefüttert. Eine Gruppe bekam per Magensonde zusätzlich zum Essen eine 1,5%ige Essigsäurelösung eingeflößt, eine zweite eine 0,3%ige und die Kontrollgruppe Wasser. Auf einen durchschnittlichen Menschen hochgerechnet entspricht die höhere Konzentration etwa 200 Milliliter 5%igen Haushaltsessigs. Das ist eine Menge, aber noch nicht absurd viel.


Laut der Daten aus der Studie wogen die Essigmäuse über die letzten vier Wochen der sechswöchigen Studiendauer im Schnitt ein bisschen weniger als die Kontrollgruppe. Die Differenzen sind, wie man im Paper nachlesen kann, gerade eben am Rand der Signifikanz. Einige Datenpunkte tragen den Kommentar "fast statistisch signifikant (p
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