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Alt 16.06.2009, 15:51   #8   Druckbare Version zeigen
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AW: molekülorbitaltheorie

@ julee

ich denke, Du musst den letzten Bemerkungen nicht folgen, um ein vernünftiges Verständnis der MO Theorie zu bekommen. Was möglicherweis noch nicht für Dich ausreichend beantwortet worden ist:

Zitat:
nun zur mo: bei zwei h-atomen entsteht ja eine sigma-bindung, also ein bindendes molekülorbital und wie ich gelesen habe auch ein antibindendes mo. aber warum? die zwei h-atome haben doch nur zwei elektronen?!
MO's sind Lösungen der sogenannaten Schrödingergleichung für das entsprechende Molekül, in diesem Fall H2. Das sind mögliche Zustände, die die Elektronen sozusagen "bilden" bzw. einnehmen können. In einem Fall ist das "günstig", die Gesamtenergie senkt sich ab, im anderen Fall ist das ungünstig, die Gesamtenergie steigt an und das Molekül "ist besser dran" :-), wenn es dissoziiert, d. h. wenn Du die Elektronen ins antibindende MO anregst, wird dein Wasserstoffmolekül in Wasserstoff-Radikale zerfallen.

Zitat:
noch eine andere frage: wenn zwei p-orbitale überlappen können sie das entweder kopf-an-kopf oder seitlich. warum? und woher weiß ich, ob gegenphasig oder nicht?
1. Du kannst die AO's geometrisch kombinieren, wie es möglich ist. Beim Cyclopropan hast Du z.B. ein Sonderfall der AO-Überlappung, siehe beispielsweise http://de.wikipedia.org/wiki/Cyclopropan.
2. 2 mögliche Anordnungen --> "2 MO's" (In Anführungszeichen deswegen, weil sich die MO's aus allen AO's des Moleküls zusammensetzen, aber so kann man sich dasplausibel machen). Wiederum würden die enstehenden "MO's" sich energetisch unterscheiden.

Versuch doch mal, aus den 6 p-Orbitalen des Kohlenstoffs im Benzol verschiedene Kombinationen zu bilden. Du wirst sehen, dass die resultierenden MO's auch wirklich "gibt".


Um meinen Senf zur laufen Diskussion beizutragen:

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Genau das kann man m.E. eben nicht. Denn die Berechnung geht von einer bestimmten Zahl von Elektronen aus. Kommt ein weiteres Elektron hinzu, so verschieben sich sämtliche Orbitale. Es macht also keinen Sinn von nicht bestzten Orbitalen zu sprechen, denn sie haben ja gar keine Bedeutung. Denn wird eines dieser vermeintlich existierenden, unbesetzten Orbitale besetzt, so hat dieses nunmehr besetzte Orbital eine andere Energie als das vermeintlich schon vorher existierende, noch nicht besetzte Orbital.
Wenn Sie quantenchemisch Rechnungen meinen, dort wählt man entsprechend die Basisfunktionen, die im Raum plaziert werden. Virtuelle MO's (nicht besetzte Orbitale) ergeben sich dann. Die haben sehr wohl Bedeutung. Sie können natürlich dorthin anregen etc. --> Hervoragende Ausgangsbasis für z. B. UV/Vis Spektroskopie (S1 Zustand etc. haben sie sofort quantifiziert).
Auch wenn Sie die Anzahl der Elektronen ändern, können Sie möglicherweise mit Ihren Orbitalenergien im berechneten System etwas anfangen siehe beispielsweise Koopmanstheorem.

Unbesetzte MO's sind dennoch Lösungen, in denen sich die Elektronen "teilweise" aufhalten, darauf fußen ja gerade die Korrelationsmethoden, ganz besonders die CI Entwicklungen.

Grüße John
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