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Alt 28.04.2009, 23:00   #8   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.609
AW: Verhalten im Gefahrenfall und Entsorgung

Das sind typische Hinweise zur Ersten Hilfe, die sich Gliedern in Einatmen, Verschlucken, Hautkontakt, Augenkontakt. Algemeine Hinweise wären z.B.:

Einatmen. Verletzten sofort in die frische Luft bringen und ggf. stabil lagern. Wenn als Notfallausrüstung vorhanden: Sauerstoff über Maske zuführen. Bei Kreislaufinstabilität Notarzt rufen. Ansonsten nach Bessern der Symtome Notaufnahme aufsuchen.

Bei Hautkontakt gilt eigentlich immer: Mit viel Wasser spülen (ca. 5 bis 10 Minuten kalt fließend), erst danach evtl. erforderlich spezifische Maßnahmen einleiten. Ausnahme: Verätzungen mit HF (Dann sollte Calciumgluconatlösung im Verbandskasten sein). Bei Verätzungen mit potentiellen Spätfolgen während des Spülvorganges zur nächsten Notaufnahme gehen.

Beim Verschlucken: Mundhöhle ein- bis zweimal mir 100 bis 200mL Wasser ausspülen; danach schluckweise 200 bis 300mL Wasser in 1 bis 2 Minuten trinken. Kein Erbrechen auslösen! Ohne ärztliche Anweisung keine spezifischen Antidots oder ähnliches geben.

Augenkontakt: Sofort mit Wasser spülen (Augendusche oder Augenwaschflasche verwenden, es geht auch fließendes Wasser). Unter Spülen (z. B. Spritzflasche) sofort zur Notaufnahme (nicht zum Augenarzt oder Augenklinik).

Immer gilt: Benetzte Kleidung ausziehen (auch an Unterwäsche denken). (Es lohnt sich,Ersatzkleidung für solche Notfäle parat zu haben). Verletzte Person nur in Begleitung zur Notaufnahme (nächstes Krankenhaus mit Notaufnahme muss im Aushang "Erste Hilfe" drin stehen) bringen bzw. beim Notarztwagen abgeben. Nicht zum Betriebsarzt oder sonstigen Arzt gehen, da geht nur unnötig Zeit rauf. Immer genaue Informationen zum Gefahrstoff mitführen, damit der Arzt sich informieren kann.

Bei Verletzungen, die üblicherweise keine wesentlichen Spätfolgen (z.B. Verätzungen unkritischer Hautareale, die nach der ersten Hilfe höchsten gerötetet sind) haben, muss man nicht zur Notaufnahme. Man sollte den Unfall dann aber im Verbandbuch dokumentieren. Augenverletzungen gehören m.E. immer in einer zeitnahe ärtzliche Behandlung sowie alle Lungenverletzungen mit bekanntermaßen lungentoxischen Gasen (Latente toxische Wirkung möglich, z. B. Lungenödem).

Gruß

jag

Geändert von jag (28.04.2009 um 23:11 Uhr)
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