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Alt 30.03.2009, 00:33   #28   Druckbare Version zeigen
rainbowcolorant Männlich
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AW: Chemiekasten/ Ausrüstung

Hallo Murdocg! Fein dass du wieder da bist.
Wie ich sehe, wurde der Kupfersulfat-Eisen-Versuch bereits zumindest teilweise geklärt. Dann also zu deinem Experiment mit dem Kaliumpermanganat
Zitat:
Frage: Wenn ein Stoff mit Sauerstoff reagiert, wird es zu einem Oxid. Handelt es sich hier bei um Kaliumpermanganatoxid?
Nein, so etwas gibt es nicht. Und dein Kaliumpermanganat hat auch mit dem Luftsauerstoff nicht reagiert, sondern ist unter der Hitzeeinwirkung in Sauerstoff und dein "schwarzes Pulver" zerfallen. Dieses Pulver besteht aus mehreren verschiedenen Vebindungen. Eine davon ist Mangandioxid, ein wasserunlösliches dunkelgraues Pulver (in dünnen Schichten, etwa wenn es sich an Glaswänden festsetzt, zeigt es sich auch in brauner Farbe, daher der alte Name "Braunstein"). Eine andere Verbindung, die entstanden ist, ist Kalium-Manganat. Dieses löst sich in Wasser in grüner Farbe. Toll, dass du das alles so schön beobachten konntest.

Als Oxide bezeichnet man üblicherweise nur Verbindungen aus Sauerstoff mit einem anderen Element. Manche Oxide entstehen tatächlich, indem das betreffende Element an der Luft oder in reinem Sauerstoff verbrennt. Ich würde aber die dazu gehörigen Experimente lieber nicht an den Anfang deiner Karriere als Chemiekastenbesitzer stellen. Die meisten dieser Verbrennungsvorgänge verlaufen unter starker Hitzeentwicklung, einige davon explosionsartig und auch die Produkte, die dabei enstehen, sind nicht gerade alle gesund.

Wenn andere Stoffe mit Sauerstoff reagieren, heißen die Produkte allermeistens nicht X- oder Y-Oxid. Es ist auch nicht jede Umsetzung mit Luftsauerstoff eine Oxidation im chemischen Sinn. Umgekehrt gibt es Oxidationsvorgänge, bei denen gar kein Sauerstoff unter den Ausgangsstoffen (Edukten) ist. Der umgekehrte Vorgang zur Oxidation heißt Reduktion (von lat. reducere = zurückführen). So wird zum Beispiel im Hochofen "oxidiertes" Eisen (also Eisenoxide) zu Metallischem Eisen "rückverwandelt". Aber Vorsicht! Überall wo eine Oxidation stattfindet, gibt es auch eine Reduktion - und umgekehrt. Daher spricht man von Redoxreaktionen (Red für die Reduktion, Ox für die Oxidation) Im Fall des Hochofens (auch Reduktionsofen genannt!) besteht der Oxidationsvorgang darin, dass Koks (fast reiner Kohlenstoff) den Sauerstoff aus dem Eisenerz "an sich reißt" und den Hochofen als Kohlenstoffdioxid verlässt, sehr zur Freude unserer Umwelt. Das als allergröbste Einführung in die Materie. Von deinen drei Experimenten, die du durchgeführt hast, ist das mit dem Carbonat + Säure keine Redoxreaktion, die anderen beiden schon. Mehr aber hier nicht.

Noch zu deinem Experiment mit dem Natriumcarbonat und der Weinsäure: das Gas, das hier aus der Flüssigkeit hochperlt, ist Kohlenstoffdioxid. Es entsteht so, dass aus dem Natriumcarbonat durch die Weinsäure erst Kohlensäure freigesetzt wird. Diese ist aber als freie Säure nicht beständig, sondern nur in Form ihrer Salze, der Carbonate. Wird sie freigesetzt, dann zerfällt sie augenblicklich in Kohlenstoffdioxid und Wasser. Als drittes Reaktionsprodukt entsteht noch das Natriumsalz der Weinsäure, Natriumtartrat genannt, das aber genau wie alle Ausgangsstoffe, ebenfalls farblos ist und im Wasser gelöst zurückbleibt, somit also nicht auffällt, ebenso wie du ohne genaue Messung nicht feststellen wirst, dass sich zusätzliches Wasser gebildet hat.
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Talente erbt man, Neurosen erwirbt man, Charakter hat man.
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