Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 29.01.2009, 03:59   #1   Druckbare Version zeigen
cleric weiblich 
Mitglied
Themenerstellerin
Beiträge: 132
Lachen Ag-AgCl Elektrode Material

Moin moin!


Ich glaube jetzt die Silber-Silberchlorid-Elektrode verstanden zu haben,
aber ein paar Fragen habe ich noch:
- Wenn das AgCl in der AgAgCl-Anode ausfällt liegts ja am Boden. Wie kommt es denn wieder hoch? Oder kann man die Elektrode dann irgendwann wegschmeissen wenn sie aufgebraucht ist?

- Wie sieht eigendlich das Material der Elektrode aus? Ist das eine Gemisch aus Ag und AgCl ? Wenn ja, dann sind damit meine Fragen beantwortet,
wenn das aber zwei getrennte Schichten sind (wies in allen Bildern gezeigt wird; innen Silber, darauf Silberchlorid):
Wieso kann nach der Oxidation das Ag+ von innen an dem AgCl vorbei nach aussen zur Lösung durchdringen? Oder klaut es sich ein Cl- vom AgCl das dann immer weitergereicht wird bis das Äußerste AgCl als Ag+ in Lösung übergeht?



Ich erklär's mal wie ich die Elektrode verstanden habe:

Ok, erstmal zum Aufbau.
Man kann sich's wie das Daniell-Element vorstellen.

Fangen wir mal an mit der Ag-AgCl-Elektrode als Anode.
Die Elektrode entspricht also der Zink-Elektrode im Daniell-Element.
Die auf der anderen Seite angeschlossene Kathode hat ein höheres Potential.


Das Silber hat das schwache Bedürfnis in Lösung zu gehen:
Ag ---> Ag+ + e-

Da die Nachbarelektrode ein höheres Potential hat (sie wird gerne reduziert) nimmt sie die Elektronen vom Silber auf.

Nun würde einige Zeit lang das Silber in Lösung gehen. Da die Konzentration steigt und steigt und steigt nimmt die Potentialdifferenz ab.
Wenn schon viel Silber in Lösung ist, will ja nicht nochmehr Silber in Lösung gehen.
Bis hierhin also alles so wie beim Daniell-Element mit Zink und Kupfer.

ABER: In der Lösung ist ja noch Chlorid. Und Ag+ bildet mit Cl- das schwerlösliche AgCl. Das fällt daher sofort aus, sobald das Ag+ in Lösung geht.
Deswegen steigt die Konzentration eben doch nicht. Die Ag+-Konzentration bleibt gleich. Nur das Chlorid nimmt ab.
Aber da Chlorid im Überschuss (z.B. 3 molar) versetzt wurde fällt der Mangel kaum auf.
Daher ist die Aktivität von Ag+ nahezu konstant, AgCl hat als Feststoff sowieso per Definition die Aktivität 1 und die Aktivität von Cl- ändert sich nur gering.
Damit ist das Potential durchgehend konstant (solange ich nicht zuviel Chlorid verbrauche, denn sonst geht nach dem Löslichkeitsprodukt ja doch mehr Ag+ in Lösung).





So, nun die Silber-Silberchlorid-Elektrode als Kathode.
Sie übernimmt nun die Rolle des Kupfers im Daniell-Element.
An ihr wird das AgCl reduziert.

Das Silberchlorid hat das Bedürfnis reduziert zu werden:
AgCl + e- -> Ag + Cl-

Aus der Nachbarelektrode werden die Elektronen "angesaugt".
Das AgCl befindet sich schon an der Elektrode (/* oder wird's aus der Lösung entnommen? */), genau so wird das Ag an der Elektrode abgeschieden. Also geht nur das Cl- in Lösung über.
AgCl ist ein Feststoff, Ag ist auch ein Feststoff, also sind diese beiden Aktivitäten schonmal 1. Nur die Cl- Aktivität gibts noch, aber wir haben ja festgestellt dass das Chlorid ohnehin im Überschuss da war.
Wiedermal ist das Potential konstant.


Habe ich das so richtig verstanden?
cleric ist offline   Mit Zitat antworten
 


Anzeige