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Alt 11.01.2009, 18:59   #2   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
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AW: Kristallstrukturen

Elementarzellen sind die kleinsten, sich wiederholenden Rauminkremente, aus denen man durch Aneinanderstapeln den Kristall komplett und ohne Lücken aufbauen kann.
Bravaisgitter sind die Kombinationen der Kristallklassen und der Translationsgitter (=Zentrierungsvektoren), also eine mögliche Klassifizierung der mathematisch möglichen Symmetriegerüste. Das hat also erst mal von vorneherein garnix miteinander zu tun.
Die Koordinationspolyeder wiederum gehören zum Inhalt der Elementarzelle und haben schon wieder nix mit dem Obigen zu tun. Bravaisgitter und Elementarzellen sind vom Inhalt erst mal völlig unabhängig, denn sie stellen einen Teil des Symmetriegerüstes dar, mit dessen Hilfe man Kristallstrukturen beschreibt. Was da jetzt dann in dieses Gerüst hineingesetzt wird, um eine Struktur zu erhalten, ist prinzipiell egal (Ionen, Moleküle, Metalle). Setzt man nun Atome in so ein Gitter hinein und läßt die Symmetrieoperatoren auf sie wirken, erhält man den Kristall. Dieser zeichnet sich dann schließlich durch räumliche Nachbarschaften bestimmter Atome oder Atomgruppen aus, die, je nach Struktur, als Koordinationspolyeder bezeichnet werden.

Kristallstruktur = Symmetriegerüst + Motiv
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
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