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Alt 05.01.2009, 23:14   #4   Druckbare Version zeigen
rainbowcolorant Männlich
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Themenersteller
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Kurz zum Schluss

Ja, Abbau war nicht das richtige Wort. Elemente kann man natürlich nicht abbauen (zumindest nicht chemisch ) "Binden" wollte ich eigentlich schreiben. "Zwischengelagert" ist natürlich noch besser. Und wenn Kupfer zum Beispiel als Cu+ ausgefällt wird (oder aber auch als Cu(II) in CuO oder CuS oder als Hydroxid oder irgendein perverses basisches Carbonat), ist es dann gefährlich?

Jetzt fällt mir das mit den Halogenverbindungen wieder ein. Genau, so war es: damit sich der Auspuff nicht mit metallischem Blei verstopft (kann es sein, dass das CO aus dem Abgas das Bleioxid ganz reduziert?), hat man diese Zusätze hineingegeben und das Blei gelangte so noch "besser" in die Luft. Jetzt hat es wieder geklingelt.

Dass man auch volatil sagen kann, weiß ich. Aber jemand, der mehrere Jahre lang am Arbeitsplatz englisch (oder auch italienisch oder frz.) gesprochen hat, kriegt es warscheinlich leichter über die Lippen.

Zum Lot. Es ging im konkret diskutierten Fall um elektrische Kleinmotoren, evtl. mit etwas Steuerelektronik auf Platinen dazu. Das ändert aber nichts an deinen Argumenten. Klar hast du Recht, wenn im Werk alles schön in den Rückflussbehälter tropft und die festen Kügelchen wieder eingeschmolzen werden und für alle Endverbraucher der Problemstoff-Sammelplatz nahe genug ist, dass auch niemand auf die Idee kommt, ein noch so kleines Stück Elektroschrott in den Restmüll zu geben, dann kommt auch über Umwege nichts aufs Butterbrot zurück . Wenn ich aber jetzt sage: man sollte auf Platinen auch ein Pfand pro Quadratzentimeter Pertinaxplatte schlagen, werden mich wahrscheinlich alle Ökonomen hier steinigen.

Okay, Bleigehalt in ganz .at größer, scheint mir plausibler. Dort (nämlich in Linz) haben sie einmal ein ganz tolles Experiment mit Böden gemacht und ein noch überraschenderes Ergebnis bekommen. Du wirst dich mit solchen Sachen besser auskennen, aber man hat in die Mitte von kreisrundem Filterpapier die Bodenprobe (Erde aus Beeten) gelegt und dann (was man in der Fernsehdoku so sehen konnte) eine Art sternförmiges Papierchromatogramm erzeugt. Zumindest sah das nachher so aus. Jedenfalls waren es Bonitätsprüfungen inkl. Schadstoffbelastung und pi pa po. Und das Verblüffende, das ich zunächst angesprochen habe, war, dass der beste Boden von einem Blumenbeet im Stadtzentrum (Blumauerplatz, eine der verkehrsdichtesten Gegenden von Linz) kam. Man hat dann daran herumgedeutelt, aber zumindest mir ist keine umsetzbare Schlussfolgerung bekannt.

So, jetzt sehe ich, dass sich Franz schon hereingemeldet hat. Was schreibt er denn?

Zitat:
Zitat von FK
Du erinnerst Dich richtig. Es wurde z. B. 1,2-Dibromethan zugefügt.


Na prost, kann ich da nur sagen. Das ist ja schon ohne im Benzin zu sein eine echte Giftkeule! Ich erinnere mich, dass etwas ähnlich Appetitliches (Tribrommethan) in einem unserer Labors herumgestanden ist. Riecht recht verführerisch süßlich, noch "weicher" als Chloroform, nicht unangenehm. Aber einer Kommilitonin wurde schon schlecht, wenn jemand die Flasche nur aufgemacht hat (sie 2 m daneben). Soll nach Hg und Br2 die schwerste Flüssigkeit (unter Normbedingungen) sein.

Ich danke für deine Geduld, hier auf alle Fragen so eingehend zu antworten. Morgen bin ich aber irgendwo marschierenderweise in der nahegelegenen Botanik unterwegs und für allfällige Antworten auf meinen letzten Beitrag bleibt ergo reichlich Zeit. Zwar hätte ich genug zuhause zu schaffen, aber ein bisschen was für den Kreislauf und die computergeschundene Seele, sowie etwas ungesiebte Luft werden mir hoffentlich guttun.

Gute Nacht allerseits!

-rbc- a.k.a. Werner
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Talente erbt man, Neurosen erwirbt man, Charakter hat man.
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