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Alt 05.01.2009, 22:45   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.861
AW: Ableger aus dem Thema "Lagerfeuer" färben: Umweltbelastung durch Schwermetalle

Zitat:
Zitat von rainbowcolorant Beitrag anzeigen
Dann ist es (so wie ich eh vermutet habe) doch gut, dass z. B. der Bleigehalte diverser Lötzinne per EU-Verordnung reduziert wurde. Die, die in Betrieben etwas zu löten haben, fluchen natürlich, aber im Gegensatz zum Verbot von "natürlichen" Feuern, finde ich eine solche Richtlinie nicht für verkehrt.
Ich weiss nicht, wie sinnvoll das ist. Lötzinn kommt ja nicht auf's Butterbrot. Und wenn die Platinen nachher wieder korrekt entsorgt werden, kann man ja auch das bleihaltige Lot wiedergewinnen.
Zitat:
Dazu zwei Fragen? Wo kommen die Halogene auf einma her?
Und PbBr. Echt? 1-wertiges Blei? Ich habe bis jetzt (glaube zumindest) von Pb2O gehört, aber in Halogeniden? Da staunt der Laie!
Du hast Recht, es sollte wohl PbBr2 heissen. Ich meine mich zu entsinnen -kann mich aber irren- dass dem Kraftstoff auch organische Halogenverbindungen zugesetzt worden sind, damit besagte Pb Halogenide entstehen können und um eben zu verhindern, dass der Motor durch die nicht flüchtigen Bleioxide regelrecht verstopft.
Zitat:
Man merkt Dir noch immer an, dass Du an einer angelsächsischen Uni warst . Ich hätte schlicht "flüchtig" geschrieben; aber was weiß ich schon, ob das nicht längst zwei verschiedene Bedeutungen sind.
Nein, man sagt auch auf Deutsch "volatil", aber "flüchtig" ist besser...
Zitat:
Noch ein Wort zum Abbau von Blei und Cu durch Naturstoffe:
"Abbau" ist vielleicht das falsche Wort. Die Metalle werden ja nicht "abgebaut", sondern eher "zwischengelagert", indem sie in organische Verbindung durch Komplexbildung eingelagert werden. Aus diesen sind sie immer noch mobilisierbar, etwa durch wechselnde Umweltbedingungen. Wenn du z.B. Kupfer an Huminstoffe gebunden hast in einem natürlichen Wasser, ist das Metall ja nicht "weg", sondern es kann wieder freigesetzt werden wenn der pH weit genug abfällt (und die H+ zu den Cu2+ in Konkurrenz um die Bindungsstellen geraten).

Zitat:
Ich habe gehört, dass es sogar Organismen gibt, die manche Schadstoffe unschädlich machen können. Konkret fällt mir nur eine Binse ein, die man entlang des Rheins ausgesetzt hat, weil sie Phenol in harmlose Produkte umwandeln kann. Weißt Du da Genaueres?
Über das Unschädlichmachen von organischen Verbindungen und diese Binse weiss ich nichts. Ein grosser Renner sind zurzeit Pflanzen, die Schwermetalle aus dem Boden aufsaugen. Ein Beispiel : ein Farn, Pteris vittata, speichert im Laufe seines Lebens Unmengen von As. Die Pflanzen werden auf zu sanierenden Böden ausgesät und abgeerntet. So bekommt man das Metall langsam aus dem Boden raus.
Zitat:
Meinst du mit Heimatland jetz die Südweststeiermark oder ganz Ösistanien? In letzterem Fall betrifft es mich ja genau so.
Ich meinte ganz AU. Ich weiss ja nicht, wo diese Analysen gemacht worden sind - das müsste ich schon nachlesen...

Schönen Abend
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
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