Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 19.12.2008, 11:18   #27   Druckbare Version zeigen
Spektro Männlich
Mitglied
Beiträge: 952
AW: Chemische Experimente in der Mesosphäre

Die Frage ist: was willst du genau messen? Polymerisationsreaktionen von organischen Stoffen unter dem Einfluß von UV-Licht und Ozonolyse in der Atmosphäre sind wohlbekannt. Das läuft unter SOA (secundary organic aerosol). Sekundär deshalb, weil die Aerosolpartikel im Gegensatz zu dem primären (direkt freigesetzten) erst in der Atmosphäre gebildet werden.

z.B. reicht es, zu ein paar Tannennadeln oder Orangenschalen in einem Glas eine UV-Lampe zu halten, und binnen weniger Sekunden kann man die Neubildung von zigtausenden Partikeln pro cm3(im sub-mikrometerbereich) nachweisen (der dafür notwendige OPC kostet allerdings eine fünfstellige Summe).
Verantwortlich dafür ist ein ganzer Zoo von ungesättigten Verbindungen, die von Pflanzen freigesetzt werden, und die dann von dem im situ gebildeten Ozon angegriffen werden und polymerisieren. So genau weiß keiner, was da im einzelnen passiert. Vom Terpen: alpha-Pinen habe ich mal das Reaktionsschema gesehen. Allein für das gab es mehrere verschiedene Reaktionspfade mit mind. 30 unterschiedlichen Zwischenprodukten.

Wenn Du damit einen Versuch machen willst, könntest Du z.B. ein paar Ampullen präparieren, die mit Luft und irgendeinem Kunststoffbildner in ordentlicher Konzentration gefüllt sind, die nacheinander auf verschiedenen Höhen für bestimmte Zeit der UV-Strahlung aussetzen und gucken was passiert. Da empfiehlt es sich aber sicher, vorher im Labor mit einer UV-Lampe ein paar Vorversuche zu machen, was man am besten nimmt, wie lange es der Strahlung am besten ausgesetzt sein sollte, etc. Außerdem natürlich daran denken, UV-durchlässiges Quarzglas zu nehmen.

So wie ich die Beschreibung in deinem Link hingegen verstehe, geht es nicht um die polymerisation, sondern eher um die beständigkeit unter extremer UV-Strahlung etc - also eher um die DEpolymerisation.
Da könnte man auch einen Versuch draus machen: verschiedene Kunststoffe nehmen, und einfach der Witterung aussetzen und später nach Alterungsprozessen gucken.

Hier wäre z.B. eine Tabelle gängiger Kunststoffe, mit (sehr groben) Angaben zur Beständigkeit:

http://www.hug-technik.com/inhalt/ta/werkstoff_kunststoffe.htm
Spektro ist offline   Mit Zitat antworten
 


Anzeige