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Alt 25.11.2008, 21:31   #2   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Komplexbildungskonstanten ermitteln

Da gibt es eine Vielfalt von Verfahren. Potentiometrische Titration z.B., siehe A.E. Martell & R.J. Motekaitis, "Determination and Use of Stability Constants", VCH 1988. Oder Polarographie, da gibt es wiederum verschiedene Spielarten je nach dem polarographischen Verhalten des Komplexes. Siehe z.B. D.R. Crow, "Polarography of Metal Complexes", Academic Press 1969. Meist weist der Komplex eine kathodische Verschiebung seines Halbwellenpotentials auf (das ist der Fall, wenn das Metallion an der Elektrode reversibel reduziert wird). Das ist sozusagen die historisch wichtigste Bestimmungsmethode. Einen Überblick über (heute würde man wieder sagen "historische") Verfahren liefert das Buch von Rossotti & Rossotti, "The Determination of Stability Constants", McGraw-Hill, 1961. Darin wird nochmal die Polarographie angesprochen, aber auch UV-VIS Spektrometrie, Konduktometrie, EMK-Messung, Verteilungskoeffiziente zwischen versch. Phasen (die man oft in Zusammenhang mit radiometrischen Bestimmungen nutzte), ESR & NMR. Naja, du siehst, eine erschöpfende Antwort auf deine Frage würde Bände füllen...weshalb Rossotti & Rossotti wohl auch das einzige Werk geblieben ist, in dem eine erschöpfende Darstellung zumindest angestrebt worden ist. Deshalb ist es trotz seines Alters immer noch empfehlenswert - auch wenn ich Rossotti als Mensch nicht unbedingt mochte (er war mein Tutor).

lg

EDIT Ich sehe jetzt, dass du das als "praktische" Frage auffasst. Es ist aber leider nicht so einfach, wie man auf den ersten Blick meint...
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
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