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Alt 24.11.2008, 13:28   #18   Druckbare Version zeigen
Atropinix Männlich
Mitglied
Beiträge: 13
Daumen hoch AW: Lagerdauer simulieren

Erst einmal vielen Dank für eure Antworten und eure Unterstützung!
Jetzt will ich euch mal eine Rückmeldung geben wie wir die Sache nun in unserem Betrieb angegangen sind.
Im Wesendlichen haben wir die Van ’t Hoffschen Regel zugrunde gelegt.
Nach der Van ’t Hoffschen Regel die besagt, dass sich die Reaktionsgeschwindigkeiten von chemischen Reaktionen bei einer Temperaturerhöhung von 10 °C verdoppeln bis vervierfachen. Eine Temperaturerhöhung um 50 °C würde somit zu einer 32−fachen bis 1024−fachen Reaktionsgeschwindigkeit führen. Bei einem Anstieg um 100 °C sind 210− bis 410−fache Geschwindigkeiten zu erwarten.
Da der Alterungsprozess des Abgefüllten Produktes simuliert werden soll, sind Einflüsse wie Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Luftdruck irrelevant.
Der reaktionsfördernte Alterungsstress wird nur durch die Temperaturerhöhung auf das Produkt ausgeübt.
Die mit Testflüssigkeit befüllte PE-Flasche wird mit Deckel verschlossen und in den auf 60 °C eingestellte Trockenschrank gelegt.
Um nach der RGT-Regel eine Zeit von 2 Jahren zu simulieren muss die Flasche 2,85 Tage im Trockenschrank verweilen.
Der Versuch wurde Montagmorgen, um 7:30 Uhr begonnen und endete am Donnerstag um 15:30 Uhr. Bei den 80 Stunden Verweildauer und 60°C im Trockenschank kann man nach der RGT-Regel von einem Alterungsprozess von simulierten 20480 Stunden ausgehen, dies entspricht 853,3 Tag oder auch 2,3 Jahre.
Da die Testflüssigkeit als ätzend eingestuft ist und es keine Informationen über die Temperaturbeständigkeit der PE-Flaschen gibt ist bei dem Umgang mit Schutzbrille und Handschuhen zu arbeiten.
In Regelmäßigen Abständen ist der aufgebaute Druck und die Dichtigkeit zu prüfen.
Aufgrund der Temperaturerhöhung baute sich auf der Flasche ein Überdruck auf. Beim Verschlissen wurde durch zusammendrücken ein geringer Unterdruck im Flascheninnenraum indiziert. Zwei mal wurde der Deckel kurz, zur Druckendlastung geöffnet.
Unter Berücksichtigung des Anfangs und Endgewichts ergibt sich ein Flüssigkeitsverlust von 1,95 %. Die Dichte blieb dennoch unverändert.
Wie in den vorigen Antworten beschrieben läst dieser Versuchsablauf nur das wirkliche Langzeitverhalten erahnen, aber es hat uns erste Hinweise gegeben.
Mit freundlichen Grüßen Atropinix
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