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Alt 23.10.2008, 15:38   #10   Druckbare Version zeigen
QuantenMagier Männlich
Mitglied
Beiträge: 434
AW: Van-der-Waals Kräfte

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Auf Ihren ersten Satz bezogen : Die Richtung jeden Dipols ist bestimmt durch das von den Übrigen erzeugte Feld. Die Temperaturabhängigkeit des "Ausrichtungsverhaltens" eines Dipols ist aber nicht allein bestimmt durch die thermische Bewegung der omgebenden Dipole. sondern auch ( und hier entscheidend ) durch die Geschwindigkeit , mit der ein Dipol den Veränderungen des Feldes folgt. Und diese Geschwindigkeit ist bei dem Atomrümfen bekanntlich gering, so dass die Ausrichtung der permanenten Dipole stark von der Temoeratur abhängt, wogegen die Veränderungen innerhalb der Elektronenhülle so schnell sind, dass sie der thermischen Bewegung praktisch verzugslos folgen.
Die Frage war eher an timobretten gerichtet, damit er sich Gedanken dazu macht.
Ich wollte darauf hinaus, dass die Polarisierbarkeit auch temperaturabhaengig ist. Insbesondere muss man das beruecksichtigen, wenn der HOMO-LUMO-Abstand bei {k_B T} liegt. Oder wenn z.B. durch die endliche Temperatur Schwingungen angeregt werden. Das wird sicherlich wichtig sein, wenn man Molekuele auf Metalloberflaechen untersuchen will.


Zitat:
Zu Ihrem zweiten Satz : Hier liegt ein typisch chemisches Problem vor. Denn im Prinzip unterscheiden sich die Bindungen zwischen Molekülen nicht von den Bindungen innerhalb des Moleküls. Die Reduzierung der zwischenmolekularen Bindungen auf eine Summe von Dipolwechelwirkungen verschiedener Provenienz ist im Prinzip mangelhaft und verursacht m.E. dadurch, dass die theoretische Chemie mit Näherungsansätzen operiert, die zwar im Ergebnis brauchbare Bindungsenergien liefern, die aber dem Verständnis der Natur der chemischen Bindung aber eher abträglich sind.
Hier ist es so , dass die tatsächliche Bindungsenergie in manchen Fällen ein mehrfaches von dem beträgt , was die Wechselwirkung zwischen starren , permanenten Dipolen hergibt. So bleibt quasi gar nichts anderes übrig als dieses riesige Defizit Dipoleffekten anderer Provenienz zuzuschreiben, da eine ganzheitliche Beschreibung an den mathematischen Möglichkeiten scheitert.
Das liegt liegt teilweise aber auch daran, weil bei manchen quantenchemischen Methoden (zumindest mir) physikalisch nicht unbedingt klar ist, was gemacht wird. Und ueber die Dipolnaeherung kommt man ganz schnell hinaus, wenn man die Dichte-Dichte-Korrelationsfunktion betrachtet. Daraus kann man ableiten, wie die unterschiedlichen Multipole miteinander wechselwirken. Mal abgesehen davon, dass es dafuer auch (systematische) stoerungstheoretische Methoden gibt. Aber diese Methoden werden eher in der Festkoerperphysik verwendet als in der Quantenchemie.
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