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Alt 08.10.2008, 18:35   #5   Druckbare Version zeigen
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AW: Wann geht der Sauerstoff aus?

Schneller als man glaubt wie das Beispiel aus dem Jahre 2003 zeigt...: http://www.st.roteskreuz.at/799.html

Zitat:
Gasunglück in Kirche: 51 Konzert-Besucher verletzt

Dramatisch endete Samstagabend eine besinnliche Adventfeier in der Sobother Pfarrkirche: Während die Ortsmusik spielte, brachen die Besucher zusammen. Gleich 23 Rettungsautos rasten zur Unglücksstelle. Im Vorjahr war sie ein voller Erfolg gewesen – die Adventfeier der Sobother Ortsmusik und des örtlichen Kirchenchores in der Pfarrkirche. Und auch heuer fanden sich am Samstagabend wieder mehr als 100 Besucher in der malerisch gelegenen kleinen Kirche ein. „Ortsbewohner, aber auch deren Freunde und Bekannte“, erzählt Soboths Vizebürgermeister Hubert Koller, selbst Mitglied der Ortsmusik. Er spielte bei dem Adventkonzert die Trompete. Pünktlich um 19 Uhr begann die Adventfeier. Damit keiner der Besucher frieren musste, waren, verteilt im Kirchenraum, eigens drei Gasheizstrahler aufgestellt worden. Die im Volksmund „Schwammerl“ genannten Geräte sind eigentlich nur für die Verwendung im Freien bestimmt. „Auf den besagten Geräten ist das sogar eigens drauf gestanden“, berichtete ein Sprecher der Deutschlandsberger Feuerwehr gestern. „Wieso musste die Kirche mit Gas geheizt werden“, regten sich später auch viele der Betroffenen auf. „Es hatte draußen Plusgrade, es war wärmer als drunten im Tal.“Pünktlich um 19 Uhr hatte die Veranstaltung begonnen. Keine eineinhalb Stunden später – „es war ausgerechnet beim letzten Lied“, so der Vizebürgermeister – brachen die ersten Besucher in der Kirche zusammen. „Ein paar Kinder sind umgefallen“, erzählt ein junger Sobother, der mit seiner Freundin die Adventfeier besucht hatte. „Sie mussten rausgetragen werden. Auch wir sind sofort rausgegangen. Dann flüchteten auch die anderen.“ Über Handy alarmierten einige der Anwesenden die Rettung. „Von einer Vergiftung, von Zusammenbrüchen und großer Übelkeit war die Rede“, präzisiert Rotkreuz-Einsatzleiter Klaus Zotter. Er löste darauf hin sofort Bezirksalarm aus. Aus allen Teilen des Bezirks Deutschlandsberg rasten Rettungsautos in den kleinen Grenzort zu Kärnten. Insgesamt 23 Rettungsfahrzeuge mit 72 Mitarbeitern sowie vier Notärzte, Feuerwehr und Gendarmerie fuhren auf dem kleinen Platz zwischen Kirche und Pfarramt vor. „Das Schwierigste war, die Leute zusammenzuhalten. Viele wollten in der Aufregung gleich nach Hause“, berichtet der leitende Notarzt Gerhard Fromm. Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, Atembeschwerden – von den mehr als 100 Besuchern mussten 51 gleich an Ort und Stelle versorgt werden, das Pfarramt wurde kurzerhand zur Notfallambulanz umgerüstet. 44 von ihnen wurden anschließend mit den Rettungsfahrzeugen ins LKH Deutschlandsberg gebracht. „Sie mussten die Nacht über dort bleiben“, schildert der junge Sobother, der kurzerhand seiner Freundin hinterher fuhr. Doch bis auf zwei ältere Patienten konnte alle gestern wieder in häusliche Pflege entlassen werden. Jetzt ermitteln die Behörden, die Kriminalabteilung der Gendarmerie wurde in die Erhebungen eingeschaltet werden. „Am Montag werden die Sachverständigen nach Soboth kommen“, kündigte ein Beamter des örtlichen Gendarmeriepostens an. Erst dann wird geklärt werden, ob einer der Gasheizstrahler, wie zuerst vermutet wurde, defekt war – oder ob es durch die Heizstrahler und die große Besucherzahl in dem Kirchenraum zu Sauerstoffmangel gekommen war. Fest steht bisher nur: Alle Patienten hatten eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Ob es zu rechtlichen Konsequenzen kommen wird, wird sich ebenfalls erst zeigen. „Ich werde klagen – meine Kinder haben gesundheitliche Schäden erlitten“, zeigte sich ein Vater nach dem Vorfall aufgebracht. Doch wen er klagen soll, wusste der Mann in seiner Aufregung nicht. Zum Glück waren seine Sprösslinge gestern schon wieder wohlauf.
DANIELE MARCHER (Kleine Zeitung, 22.12.2003)
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