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Alt 01.10.2008, 11:50   #7   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Kennzeichnung von Chemikaliengemischen

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
...Mir wurde neulich gesagt das man Mischungen die man selber hergestellt hat (z.B. HPLC-Eluenten, Reagenzien usw.) nicht Kennzeichnen muss mit Gefahrsymbolen da man diese Gemische selber ja nicht Klassifizieren könnte und man so ja nicht wüsste was diese Mischungen für Eigenschaften haben.
O-Ton: Man weiss ja nicht wie die Sybstanzen reagieren und was dann dabei raus kommt....
Dies ist definitiv falsch.

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
...Mein Kenntnisstand ist der das man Gemische mit den geweilst höhsten Gefahrsymbol der Einzellstoffe Kennzeichnet.
Auch das ist falsch.

Zitat:
Zitat von wobue
...Für Mischungen gibt es Hilfsmittel, die dir entsprechend der Zusammensetzung der Lösung die Einstufung berechnen. Z.B. dieses hier von der Uni Heidelberg.
Achtung, Kolumbus berechnet nur Zubereitungen, bei welchen keine abweichenden Einstufungsgrenzen entsprechend Anhang I der Richtlinie 67/548/EU vorliegen, sondern berücksichtigt nur die Konzentrationsbereiche der Richtlinie 1999/45/EU (Zubereitungsrichtlinie).

Zitat:
Zitat von AcJoker Beitrag anzeigen
...Kennt sich hier jemand genauer mit diesem Thema aus und kann mir dazu evtl. etwas genaueres sagen? Am besten natürlich mit Quellenangabe, wenn möglich aus einer Verordnung.
Man nehme die Richtlinie 67/548/EU zur Hand. Achtung, das sind so grob 900 Seiten
In der Gefahrstoffverordnung wird über die gleitende Verweistechnik (siehe §5 GefStoffV) auf diese Richtlinie verwiesen und somit ist dies direkt geltendes Recht. Zuerst muß man nachsehen, ob einzelne Komponenten der Zubereitung in Anhang I zu finden sind. Wenn ja, dann hat man diese Einstufungsgrenzen zu übernehmen und mit den Verfahren der 1999/45/EU als Grenze zu berücksichtigen.

Zitat:
Zitat von AcJoker
...Aber wenn ich das richtig versteht bezieht sich die Richtlinie 67/548/EWG nur auf die Kennzeichnung von Zubereitungen die in den Verkehr gebracht werden.
Wenn ich aber doch eine Lösung oder Mischung im Labor herstelle die nur in diesem Labor verwendet wird bringe ich diese doch noch nicht in Verkehr, oder täusche ich mich da?
Das in Verkehr bringen im Sinne des Chemikalienrechts hat nichts mit dem Handel zu tun. Bereits die Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter mit dem Produkt in Berührung kommen kann, stellt ein in Verkehr bringen im Sinne des Chemikalienrechts dar und erfordert eine Kennzeichnung. Für Laborbereiche gab es Ausnahmeregelungen, welche aber mit der Novelle der Gefahrstoffverordnung im Jahre 2005 weggefallen sind. Im Laborbereich wird jedoch weiterhin stillschwigend toleriert, wenn die Kennzeichnung nicht vollständig ist, da man hier davon ausgeht, dass dort nur ausgebildetes Fachpersonal tätig ist. Mindestens muß jedoch auch im Laborbereich folgendes auf dem Etikett enthalten sein: Produktname, Gefahrensymbole, R-Sätze.

Zitat:
Zitat von AcJoker
...Wie muss ich z.B. eine selbst hergestellte 10%ige HCl Lösung kennzeichnen die ich selber herstelle und dann 1 Monat im Regal aufbewahren möchte?
Und vor allem wo steht wie ich diese zu Kennzeichnen habe bzw. das ich sie überhaupt mit Gefahrstoffsymbolen zu Kennzeichnen habe?
Siehe Anhang I der RL 67/548/EU.
Für Salzsäure gilt: 10%<=c<25%: Xi; R36/37/38
Unter 10% ist Salzsäure nicht kennzeichnungspflichtig!

Bevor jetzt eifriges Blättern in den erwähnten Richtlinien erfolgt, bitte darauf achten, dass alle Einstufungen in Zukunft nach GHS erfolgen, welches andere Einstufungskriterien kennt und auch andere Rechenverfahren vorschreibt. Dieses neue System wird in der EU ab 1.12.2008 oder 1.1.2009 erewartet, da die ersten Hürden im europäischen Parlament bereits genommen wurden. Man wartet nur noch auf die Verabschiedung und anschließende Veröffentlichung.
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Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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