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Alt 19.09.2008, 23:37   #7   Druckbare Version zeigen
Ahrac Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.230
AW: Experimente Chemie

Wir hatten in der Schule schon Chemie-Praktikum. Hab dann später im LK auch selber viel herum experimentiert im Schullabor.
An der Uni wird bei uns im ersten Semester nur vorgeführt - selbst darf man dann in den Praktika ran, die insgesamt vier Wochen dauern.
Der erste Teil war Titrationen, der zweite Teil Trennungsgang. Gefährlich sind nur die Substanzen, aber das wird einem in entsprechenden Seminaren schon eingetrichtert und man achtet da auch drauf, weil man sich selbst in erster Linie nicht gefährden will

Wie das bei euch ablaufen wird, können dir nur Chemie-Studenten vor Ort erzählen. Das ist von Uni zu Uni unterschiedlich, oft ändert sich das auch intern, wenn Laborleitung, Praktikumsleitung etc umstrukturiert werden.
Man wird auf jeden Fall ein bisschen laute und stinkige Chemie sehen - war zumindest bei uns so - und ein bisschen stinkige, manchmal etwas gesundheitsschädliche, aber eher unspektakuläre Chemie machen.

Keine Erfahrung sollte kein Drama sein. Man versucht das Studium so aufzubauen, dass Leute, die Chemie schon nach der 11 abgewählt haben es trotzdem studieren können. Natürlich muss man dann auch mit dem entsprechenden Aufwand rechnen. Erfahrung, gerade was das Praktische angeht, ist also nur von Vorteil. Man geht einfach sicherer mit dem ganzen Kram um bzw es geht einfach lockerer von der Hand eine Titration zu machen, zu homogenisieren oder weiß der Geier. Aber auch bei uns gab es Leute mit Null Praxiserfahrung und die haben es auch geschafft
Aufgeteilt wurde bei uns in größere und dann meist Zweiergruppen, aber jeder musste auch selbst ran - es gibt dann oft bewertete Versuche.


Ich gehöre zu den letzten Diplomern und bei uns ist es schon relativ anspruchsvoll (ich frag mich wie da Bachelor bzw Master laufen soll). Lehramtsleute kenne ich so gut wie keine, da kann ich nichts dazu sagen, wie sich das von der Schwierigkeit unterscheidet. Das ist auch alles sehr stark abhängig von der Uni, von den Profs, von den Erwartungen, von den Prüfungsregulierungen.

Das Chemie-Studium an sich ist aber sicherlich kein Zuckerschlecken. Wer glaubt, er könne jedes Wochenende Party machen und nur das Nötigste lernen, der wacht spätestens nach dem ersten Semester auf.
Ob es schwer ist? Hängt davon ab, wie gut du lernen kannst. Ich kenne Leute, die lesen sich was durch und haben es voll und ganz verstanden und erklären das dann auch super gut. Andere müssen sich manche Sachen halt zehnmal anschauen (zB ich) und dann gibt es auch natürlich Leute, die es gar nicht gebacken bekommen. Es ist einfach viel Stoff und je nach Strukturierung des Studiums (Uni-abhängig) unterschiedlich schwer. Es ist aber weder unmenschlich noch unmöglich.

Der Stundenplan an sich sieht eher leer aus, aber bei uns legt man zB viel Wert auf das eigene Erarbeiten. Ich hatte im ersten Semester so ca 20-25 Stunden die Woche, davon waren ca. die Hälfte Tutorien bzw Übungsgruppen (die einzigen Pflichtveranstaltungen). Sprich ich hätte auch ne 10-12 Stundenwoche haben können.
Wie viel Zeit man selbst investiert, wenn man dann zu Hause ist bleibt jedem selbst überlassen, aber ein guter Schnitt (wurde uns damals mal gesagt) sei auch so in etwa 20-25 Stunden. Dh rechnest du Uni- und Lern-Zeit zsm würde man auf ne 40-50 Stunden kommen, was durchaus realistisch ist. Sind ja nur in etwa 2 Tage


Wie das beim Bachelor laufen wird weiß ich nicht. Diplom wird im kommenden Semester durch B/M ersetzt. Bachelor soll in der Regel natürlich schwerer sein, hat man viel weniger Zeit und muss genau das gleiche an Leistung bringen. Es wird wohl angeblich auch jeder Mist bewertet und in die "Gesamtnote" einberechnet (was ich persönlich für kompletten Schwachsinn halte). Gerüchten zufolge kann ich mir zumindest denken, dass es noch anspruchsvoller werden kann, was natürlich auch wieder von Uni zu Uni verschieden sein wird. Einige Profs bei uns sagen zB dass es ihnen egal ist - sie würden das so durchziehen wie bisher. Andere haben zB gemeint, dass wir froh sein sollen, dass wir die letzten Diplomer sind, denn ab nächstem Semester sei es bei ihnen nicht mehr so einfach.

Sofern es an deiner Uni den Bachelor-Studiengang für Chemie schon gibt, frag nach. Die Leute werden dir viel bessere Antworten liefern können als Auswärtige wie wir
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