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Alt 16.05.2008, 20:47   #16   Druckbare Version zeigen
Keira weiblich 
Mitglied
Beiträge: 765
AW: Molekülstruktur und Farbe

Zitat:
Zitat von Physi Beitrag anzeigen
gut! vielen dank Keira für deine ausführliche Hilfe !
Freut mich zu lesen, dass ich helfen konnte

Zitat:
1)Noch eine Frage: Was bezeichnet man als CHromophor?
Im Internet steht einmal, dass man bestimmte Atome so bezeichnet, die für die Farbigkeit verantwortlich sind, und ein anderes mal, dass es das gesamte konjugierte Doppelbi.system ist.
Hierzu ein Zitat aus wikipedia. Chromophore können also unterschiedlich aussehen, wichtig sind die anregabren Elektronen.

Zitat:
Als Chromophor (griech. Farbträger) bezeichnet man den Teil eines Farbstoffs, in dem anregbare Elektronen verfügbar sind. Bei anorganischen Farbstoffen sind dies teilgefüllte innere Elektronenschalen der Übergangsmetalle. In organischen Farbstoffen sind es meist Systeme aus konjugierten Doppelbindungen. Dabei muss das Absorptionsspektrum der Gruppe selbst noch nicht unbedingt im sichtbaren Bereich liegen, es kann aber über Substituenten (Auxochrome) geeignet verschoben werden. (Eine genauere Diskussion der physikalischen Zusammenhänge der Farbigkeit findet sich im Artikel Farbstoffe.)
Dabei ist ein Chromophor typisch für eine ganze Klasse von Farbstoffen, z. B. die Azogruppe für die Azofarbstoffe oder Triphenylmethan bei Triarylmethanfarbstoffen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chromophor

Zitat:
Also bei Cyaninen: Ist es da das freie Elektronenpaar am Stickstoffatom oder ist das Chromophor das gesamte konj. Doppelbindungssystem, also einfach alle Bindungen samt freiem Elektronenpaar?
Das ganze System. Ein freies Elektronenpaar alleine tut's nicht, denke ich.

Zitat:
2) Und doch noch eine weitere zum Thema Bathochromie:
Egal ob ich zusätzlich einen -M-Effekt ODER einen +M-Effekt an einem Molekül habe (also jetzt nur mal eines von beidem) habe ich immer eine Vergrößerung des Chromophors und somit einer längerwellig verschobene Absorption?
+M- und –M-Effekt muss man schon unterscheiden; plus schiebt Elektronen, minus zieht sie heraus.
Zitat:
+M-Effekt
Der Substituent hat ein freies Elektronenpaar, das er für die Mesomerie zur Verfügung stellen kann. Bei +M-Effekten erhöht sich die Elektronendichte des mesomeren Systems. Eine eventuelle elektrophile Zweitsubstitution wird dadurch begünstigt, der +M-Effekt wirkt somit aktivierend im Bezug auf Reaktivität (außer Halogene).
Beispiel: Reaktion von Brom und Benzol: Benzol enthält ein mesomeres System und Brom hat drei freie Elektronenpaare. Nach der Substitution ist Brom mit einer Einfachbindung an ein Kohlenstoffatom des Benzols gebunden. Ein freies Elektronenpaar des Broms kann in die Mesomerie einbezogen werden, wodurch sich neue mesomere Grenzstrukturen ergeben.
-M-Effekt
Der Substituent hat eine Doppel- oder Dreifachbindung, sodass er dem mesomeren System Elektronenpaare entzieht. Das erschwert weitere Substitutionen bzw. setzt die Aktivierungsenergie, die dazu nötig ist, herauf. Der −M-Effekt wirkt also aus reaktionskinetischer Sicht deaktivierend. Bei −M-Effekten verringert sich die Elektronendichte des mesomeren Systems.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mesomerer_Effekt

Zitat:
Und wenn ich jetzt an beiden Enden eines Moleküls einmal einen +M-Effekt habe , und einmal einen -M-Effekt habe, dann verstärkt sich das Chromophor nochmals, richtig?
Richtig.

PS:
Zitat:
Arrangiert man mehrere solche ungesättigten Bindungen (Mehrfachbindungen) abwechselnd mit einfachen Atombindungen, so kommt es zu einer Delokalisierung der π-Elektronen, wodurch der Abstand zwischen dem angeregten und dem Grundzustand noch einmal verringert wird. Dem entspricht eine Verschiebung der absorbierten Wellenlängen hin zu größeren Wellenlängen. Im Allgemeinen gilt hierbei, dass der Absorptionsbereich umso mehr nach oben verschoben wird, je größer die Anzahl dieser ungesättigten Bindungen ist. Eine weitere Anhebung kann erreicht werden, indem derlei Stoffe mit besonders geeigneten anderen Atomgruppen oder Atomen kombiniert werden, die als Elektronenakzeptoren oder Elektronendonatoren fungieren und/oder mesomeriefähig sind. Als Auxochrome (Elektronendonatoren) oder Antiauxochrome (Elektronenakzeptoren) können beispielsweise folgende funktionelle Gruppen Verwendung finden: (...)
http://de.wikipedia.org/wiki/Farbstoff#Chemisch-Physikalische_Eignung_von_Molek.C3.BClen
__________________
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Geändert von Keira (16.05.2008 um 20:53 Uhr)
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