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Alt 15.05.2008, 09:18   #26   Druckbare Version zeigen
Shartan  
Mitglied
Beiträge: 301
AW: Brauche Hilfe im aufstellen von Reaktionsgleichungen, schreibe bald test. Bin 9. Klasse und verstehe davon gar nichts, wär nett wenn mir jemand helfen könnte.. =]

Zitat:
Zitat:
In der Schule wird viel vereinfacht und gekürzt, um überhaupt genug Stoff in 13 (und bald 12 ) Schuljahre zu packen zu können.
Das ist ein Totschlagargument in Reinkultur und kann und wird regelmäßig zur Rechtfertigung von angeblichen Vereinfachungen benutzt, die den Sachverhalt nicht nur verfälschen, sondern vor allem unnötig komplizieren.
Ich denke, der hier ( => ) macht deutlich, was ich von solchen Verkürzungen halte?
Ich hatte eigentlich nicht vor, mich dergestalt hinter die Schulministerien stellen, die Schüler per Turbo-Abi möglichst schnell wirtschaftsmarktreif zu machen gedenken.
Auch sehe ich selber keine besondere Schwierigkeit im Verstehen den Konzeptes der "Zuschauerionen" - dazu aber s.u.


Und auch das:

Zitat:
Soll heißen: Wenn ein Schüler mich etwas fragt, gebe ich ihm die Antwort, die sein Lehrer hören will.
möchte ich bitten, im Kontext zu sehen, in dem ich nämlich meiner Ansicht nach ausführlich erklärt habe, warum ich das tun würde.
Auch in den meisten mir bekannten Schulbüchern ist die Ionenschreibweise richtig dargestellt (auch wenn oft H+ statt H3O+ benutzt wird), der Haken hängt eben oft an der Lehrkraft, die dann im Bestreben, möglichst einfach und nachvollziehbar zu erklären, über das Ziel hinausschießt.
Pragmatisch betrachtet nützt einem Schüler die "richtige" Variante manchmal deswegen nicht viel (und ergo wird er sie auch meistens vergessen oder von der gelehrten überbügeln lassen) und er ist ungerechterweise dazu gezwungen, sich an das Konzept des Lehrers zu halten - nun, ist er nicht, aber das würde ihn je nach Lehrerpersönlichkeit vielleicht in die Bredouille bringen ("Interessiert mich nicht, was du mal irgendwo gehört hast, wir machen das aber so!" ), vor allem, wenn er nicht über das Fachwissen eines ausgebildeten Chemikers verfügt.

Zitat:
Die angehängte Datei ist aus "Elemente Chemie I", einem Schulbuch des KLETT- Verlags für die 9/10 te Klasse, die deutlich macht , dass ich mit meiner Sicht keineswegs alleine bin.
Natürlich nicht - weil die beschriebene Variante zweifelsohne richtig ist, was ich nie bestritten habe und arrhenius auch nicht.

Der diskutable Punkt ist eben, wie ich hier einem hilfesuchenden Schüler am besten helfe, im Unterricht mitzukommen bzw. die Materie zu verstehen.
Wenn ich ihm dann ein anderes Konzept präsentiere als der Lehrer, wird das ihn (der die ziemliche Ähnlichkeit vielleicht nicht durchschaut) eher verwirren als helfen, auch wenn ich sicher bin, ihm keinen verfälschten Sachverhalt dargestellt zu haben.
Aber ich wiederhole mich.

Ein letztes:

Zitat:
Da frage ich mich , wie groß das Ausmaß an Mumpitz noch werden muss, bis Sie von diesem Prinzip Abstand nehmen ...
Zäumen wir das Pferd denn einmal von hinten auf: Was darf denn dann Ihrer Meinung nach in der Schule in vereinfachter Form gelehrt werden?
Darf man dann noch von Einfach- und Mehrfachbindungen sprechen, ohne vorher das Orbitalmodell genau durchgegangen zu sein (steht in NRW nicht auf dem Lehrplan)?
Darf man Schülern noch die Vorstellung von verschiedenen "Schalen" vermitteln, die gedanklich auf im Kreis fliegende Elektronen hinausläuft?
Darf man die antiquierte Farbentheorie nach Witt noch benutzen, obwohl sich nicht alle Farbeffekte mit Auxochromen und Antiauxochromen erklären lassen?

Der Fall der Ionengleichung mag ein simpler sein, wo es (auch meiner Ansicht nach) kein Problem wäre, die reelle Variante zu lehren; führt man aber den Gedankengang konsequent weiter, kommt man z.B. zu den oben angesprochenen Sachverhalten, die für Schüler der Sek I nicht ganz so simpel zu vermitteln sind.
Offensichtlich hat das Schulministerium NRW aber noch keine fachlich und pädagogisch zufriedenstellenden Lösungen dafür gefunden ...
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Mache es dir so einfach wie möglich - aber nicht einfacher.
Albert Einstein
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