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Alt 14.05.2008, 15:21   #24   Druckbare Version zeigen
Shartan  
Mitglied
Beiträge: 301
AW: Brauche Hilfe im aufstellen von Reaktionsgleichungen, schreibe bald test. Bin 9. Klasse und verstehe davon gar nichts, wär nett wenn mir jemand helfen könnte.. =]

Naja - hier geht es schon nicht um das Weglassen von Dingen, sondern um den Unterschied zwischen "richtig" und "nicht richtig".

Fakt ist, dass in wässeriger Lösung lösliche Salze als Ionen vorliegen und nicht in Kristallstruktur.

Ist das schwer zu verstehen? Vermutlich nicht - zumindest ich finde das nicht schwer und fand es auch nie (und die wenigsten hier werden es wohl schwer finden), kann aber gut sein, dass das bei anderen anders ist.

Es ist natürlich nicht auf eine Stufe mit "Elektronen fliegen im Kreis" oder "Elektronen halten sich unschärferelationsbestimmt in Orbitalen auf" zu stellen, aber eine gewisse Parallele ist doch schon zu sehen:

Säure + Lauge ----> Salz + Wasser

ist leichter zu notieren (und zu behalten) als

Säure + Lauge ----> Salzkationen (aq) + Salzanionen (aq) + Wasser,

auch wenn letzteres ohne Zweifel der Realität entspricht.

In der Schule wird viel vereinfacht und gekürzt, um überhaupt genug Stoff in 13 (und bald 12 ) Schuljahre zu packen zu können. Es gibt auch kein HOMO und LUMO, sondern die museumsreife Farbentheorie nach Witt (wieso nicht gleich Skrjabin oder Goethe?) - und auch die wird im Abitur verlangt.
Dass das nicht immer das Gelbe vom Ei ist, ist klar; siehe eine Schülerin (Klasse 9), die zur Chemie-Nachhilfe zu mir kam, aus Spaß mal die Elektronen im Uran gezählt hatte und dann wissen wollte, wie das denn da wäre mit den 8 Elektronen pro Schale, und wieso Kupfer denn mal 1 und mal 2 Elektronen draußen haben könnte ... ?

Für ausgebildete Chemiker ist die Ionengleichung eine Sache von Sekunden, für den Lehrer, der jetzt erklären muss, warum das mit ----> Salz und Wasser doch nicht so ist und dass man sich das eigentlich anders vorstellen müssten, vor einer Klasse größtenteils relativ desinteressierter Schüler, wohl keine Traumvorstellung.

Soll heißen: Wenn ein Schüler mich etwas fragt, gebe ich ihm die Antwort, die sein Lehrer hören will. Nicht, weil diese Antwort die reine Wahrheit wäre (siehe mein Beitrag, da habe ich auch angedeutet, dass es eigentlich anders ist), sondern damit ich ihm diesbezüglich geholfen habe.
Es nützt weder ihm noch mir, wenn er zwar die richtige Antwort gibt, aber einen Lehrer von der Sorte hat, der bloß nicht von seinem Unterrichtskonzept abweichen will und ihn dementsprechend abwürgt - auch, um den Rest der Klasse nicht zu "überfordern". Das wird den Schüler wohl mehr demotivieren als interessieren.
Insofern - über solches Lehrpersonal können wir uns mokieren, aber ändern ist viel schwieriger. Da kann ich also auch mal damit leben, eine "mundgerechte" Version abgeliefert zu haben (mit dem Verweis, dass sie eben nur das ist), anstatt auf der 100%igen Genauigkeit und Korrektheit zu bestehen.
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Mache es dir so einfach wie möglich - aber nicht einfacher.
Albert Einstein
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