Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 29.03.2008, 17:51   #18   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Die Strukturen von Diamant

Die Struktur des kubischen Diamanten ist nicht so stark anisotrop und daher offensichtlich mechanisch stabiler. Im hexagonalen Diamanten gibt es richtige (und recht große) Kanäle, und zwar in einer einzigen ausgezeichneten Richtung. Daher ist auch die Härte, das Elastizitätsmodul, die Kompressibilität usw. viel stärker richtungsabhängig als bei der kubischen Modifikation. Das ist ganz einfach ein Symmetrieeffekt.
Anderes Beispiel für solche Symmetrieeffekte: hexagonal dichte Metalle sind häufig spröde, während kubisch dichte Metalle duktil sind: dort gibts mehr symmetrisch äquivalente Ebenen, auf denen die Atome aneinander vorbeigleiten können.

Ach, ich hab noch einen: Diese Kanäle, die man im hexagonalen Diamanten finden kann, sind eine Art "Mülleimer": da kann eine Menge Zeug eingelagert werden (gerne anscheinend Stickstoff). Dadurch ergeben sich im hexagonalen Diamanten, häufiger als im kubischen, Versetzungen und Unordnungen und sonstige komplexe Baufehler, was dazu führt, daß die hexagonalen, häufiger als die kubischen, schwarz sind. Ein farbloser Lonsdaleit ist so gut wie unbezahlbar.
__________________
Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
Tino71 ist offline   Mit Zitat antworten
 


Anzeige