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Alt 05.03.2008, 20:53   #4   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Fällung aus homogener Lösung

Ich verstehe nun was gemeint ist : Man kann Hydroxide fällen, indem man Lauge zur Lösung gibt oder indem man die OH- Ionen in situ durch Hydrolyse von Urotropin erzeugt. Letzteres wird dann als homogene Fällung in manchen Lehrbüchern bezeichnet, obwohl ich das immer noch als Tautologie bezeichnen würde, denn jede richtige Lösung ist homogen.
Die Fällungen werden als "homogen" in dem Sinne bezeichnet, dass bei der Hydrolyse das Fällungsreagenz überall in der Lösung mit der gleichen Geschwindigkeit gebildet wird und kein lokaler Überschuss auftritt (letzteres wäre der Fall, wenn man statt mit Urotropin zu fällen, einfach einen Schuss Ammoniak in die Lösung giesst). Solche lokalen Überschüsse begünstigen z.B. unerwünschte Okklusionen in den Niederschlägen.

Andere Beispiele wären die in situ Bildung von Sulfid aus Thioacetamid (um beim Trennungsgang zu bleiben) oder die Bildung von Chromat aus Cr(III) durch Bromat, die zur Fällung von Blei in der Gravimentrie verwendet wird.

Allen Verfahren gemein ist die Behauptung, dass eine in situ Erzeugung des Fällungsagens eine stöchiometrisch bessere Zusammensetzung des Niederschlags ergebe und eine bessere Filtrierbarkeit gewährleiste. Meinetwegen

lg
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
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