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Alt 23.02.2008, 17:40   #1   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
Moderator
Themenersteller
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Blog-Einträge: 12
Todesfälle durch probiotische Kulturen - wo ist eigentlich die Grenze zwischen klinischer Studie und Menschenversuch?

Das ist jetzt das zweite mal innerhalb einer Woche, dass ich über eine Arbeit im Zusammenhang mit Probiotik schreibe. Der vorliegende Fall zeigt einerseits, welche Hoffnungen Mediziner und Industrie in das Potential gezielter Darmflora-Beeinflussung setzen. Andererseits drängt sich (mal wieder) der Eindruck auf, dass hier im Hurrastil per trial-and-error-Verfahren "wissenschaftlich belegte" Heilwirkungen kommerzieller Präparate herbeigetestet werden sollen.
Eine ganze Reihe medizinischer Studien hat Hinweise darauf erbracht, dass probiotische Lebensmittel Entzündungen des Verdauungstraktes abschwächen und verkürzen können. Deswegen wird der Kram derzeit an einer großen Zahl Patienten mit den verschiedensten Beschwerden ausprobiert.[1] Anscheinend nach dem Motto: Schaden kann’s ja nicht, warum versuchen wir’s nicht einfach mal?
Bis jetzt waren ja alle (ich inclusive) der Meinung, dass die Bazillen zumindest keinen Schaden anrichten. Falsch gedacht.
Wie Science schon Anfang des Monats berichtete, ist der Ansatz bei einem Team um den Holländischen Mediziner Hein Gooszen voll in die Hose gegangen. Die entsprechende Studie ist jetzt in Lancet erschienen, so dass man sich ein unabhängiges Bild machen kann, was da tatsächlich gelaufen ist.
Die Forscher haben probiotische Kulturen bei der Behandlung von akuter Pankreatitis eingesetzt – und damit die Sterblichkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe glatt verdreifacht.
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Quelle: Fischblog - Naturwissenschaft und mehr
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