Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 28.01.2008, 09:54   #3   Druckbare Version zeigen
bahrmann  
Mitglied
Beiträge: 40
AW: Elementkorrelationen Sb/Pb/Al in Sediment

Hallo ricinus,

leider messen wir Sb erst seit 2 Jahren routinemäßig in unseren Bodenproben (Rheinland-Pfalz). Daher haben wir noch keine ausreichende statistische Basis um abgesicherte Aussagen über geogene Hintergrundgehalte und die typischen Korrelationen zwischen bodenphysikalischen und bodenchemischen Parametern machen zu können.
Der Startschuss für unsere Sb-Analytik war ein Alt-Bergbaugebiet (Mittelalter) in unserem Bundesland, in dem der Verdacht der Grund- und Oberflächenbelastung durch die Abraumhalden bestand. Es hat sich jedoch gezeigt, dass speziell Sb hier unbedeutend war. Eine zusätzlich vergebene Diplomarbeit hat hier auch keine wesentlichen Erkenntnisse gebracht. Die Korrelationen war allgemein schwach.
Wir untersuchen unsere Bodenproben i. A. mit 2 Extraktionsmethoden: Die mobilisierbaren Anteile mit NH4NO3-Extraktion und die "quasi-Gesamtgehalte" mit Königswasserextraktion. Weitere Abstufungen oder Speziesbestimmung machen wir nur sehr selten. Da ich weiß, dass du so etwas machst, wäre meine Frage, wie du deine Gehalte bestimmt hast, die du in Korrelation setzt.
Meine Idee/Frage ist: Wenn es sich um eine sulfidische Vererzung handelt, welches ist dann die richtige Extraktionsmethode? Bzw. in welcher Form werden die Sb-haltigen Abwässer eingeleitet? Stammen die Al- und Pb-Anteile, die du gefunden hast aus dem selben Ausgangsmaterial? Kann es tatsächlich zu der von dir erwarteten Absorption kommen oder sind die Plätze schon lange belegt. Für Al zumindest würde ich erwarten, dass es in einem Fließgewässer mit stark wechseldem Redoxpotential chemisch recht aktiv ist, indem es zunächst gelöst wird und dann wieder Hydroxide, Silikate und andere Mischformen bildet. Dabei kann es gerne mal ein Sb mit einbauen.
Du könntest mal stromaufwärts oberhalb der Einleitung die Varabilität und die Bindungsformen der potentiellen und der gefundenen Korrelationspartener sowohl im Wasser als auch in Schichten des Sedimentkörpers untersuchen. Ganz wichtig: Ich würde bei solchen Untersuchungen auch immer die Korngrößenverteilung der Sedimentproben berücksichtigen. Noch besser wäre natürlich die Tonmineralzusammensetzung.
Wenn du die Mittel und die Möglichkeiten hast, könntest du auch eigene Versuche anstellen, indem du unbelastete Sedimene nimmst und sie mit Sb in der Form wie es aus der Mine kommt kontaminierst. Danach könnte man mit Speziesbestimmung die tatsächlichen Bindungspartener feststellen.
Die Form in der wir mit Korngrößenanalytik, NH4NO3- und KöWa-Extraktion solche Fragestellungen angehen, ist immer nur ein Vergleich von Summenparametern. Solche Summenparameter sind manchmal sehr hilfreich, um extrem komplexe Vorgänge in der Natur zu erfassen. Ob sie für spezielle, kleinräumige Fragestellungen immer geeignet sind, wage ich zu bezweifeln.

P.S. Wenn du im deutschsprachigen google "Sb Antimon hintergrund geogen" eingibst, bekommst du einige Treffer, die auch Schiefervererzungen behandeln.

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion,
Peter
bahrmann ist offline   Mit Zitat antworten
 


Anzeige