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Alt 05.01.2008, 12:19   #9   Druckbare Version zeigen
Kanalratte Männlich
Mitglied
Beiträge: 18
AW: Interpretation von Wasseranalysen

Mir fällt noch einiges ein. Genauer betrachtet ist das ein ziemlich komplexes Gebilde welches du da betrachtest.
Folgen wir erstmal dem Weg des Wassers.
Regen nimmt bis er auf den Boden fällt Stoffe aus der Athmosphäre auf. Jetzt ist er auf der Oberfläche. Fällt er auf eine Strasse oder Dach so nimmt er Verbrennungsrückstände, Reifenabrieb oder falls Metalldach, Metallionen mit.
Ein Teil des Regens fließt vielleicht direkt oberirdich ab, ein Teil macht erst mal eine Oberbodenpassage durch die sog. belebte Bodenzone. Je dach Oberboden und Regenwasserbeschaffenheit finden hier sicher chemische Lösungsproßesse bzw.Ausfällungen und natürlich eine Reihe von mikobiellen biolgischen Prozessen statt.
So jetzt sieht die Wasserchemie vielleicht schon ganz anders aus als die des Regens. Das Wasser sickerert jetzt durch Gestein 1 dann durch Gestein 2 usw.. Jedoch geht es nicht immer senkrecht sonder folgt den Klüften. Also entlang geologischen Störungen. Sollte z.B. zwischen dem Dolomit eine durchgehende Tonschicht geben, so wie es in meiner Gegend der Fall ist, geht es erst mal waagrecht weiter und es würden bei einem Hang, der vielleicht durch einen Fluss entstanden ist, eine Quelle austreten. Statt der Quelle kannst du jetzt auch deine Grundwasserentnahmestelle nehmen. In irgendeiner Tiefe unterhalb der Entnahnmestelle muß ein Grundwasserstauer sein und das Gestein wassergesättigt, sonst würdest du da kein Wasser rausnehmen können.

Und jetzt gehst du den umgekehrten Weg und bestimmst erst mal das Einzugsgebiet deiner Entnahmestelle.

Ist dies wirklich ein scharf eingrenzbares Gebiet? Oder da du ja von starker Klüftigkeit sprichst könnte da auch noch ein Teil Wasser von einem viel weiter enfernten Gebiet kommen? Und ist dein Einzugsgebiet tatsächlich bzw. in seinen Teilen Dolomit / Pyrit /Oberboden homogen. M. E. eine nicht oder nur sehr schwer zu beantwortende Frage.
Den Faktor Zeit haben wir bisher noch gar nicht berücksichtigt. Also Fliesgeschwindigkeiten und Verweildauern in den in den einzelnen Boden-/Gesteinsschichten evtl.in Abhängigkeit der Niederschlagsereignisse und der Oberbodenbeschaffenheit zum Zeitpunkt des Niederschlags, also der Grundwasserneubildungsrate.
Ich hab mich halt auch mal mit Trinkwassergewinnung beschäftigt und hab da auch hydrogeologische Gutachten lesen dürfen/ müssen. Die Gutachten reichen von ein paar Aktenordnern bis zu mehreren Umzugskartons voll und die herangezogenen Beobachtungszeiträume sind auch schnell mal zig Jahre da es hierbei natürlich auch um die schadlos zu entnehmenden Mengen geht.
LG
PS mir fällt da gerade ein Witz ein, den stell ich unter der dafür vorgesehenhen Rubrik ein
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