Anzeige


Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 23.11.2007, 01:24   #4   Druckbare Version zeigen
Artemius  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
AW: Erhöht eine K2CO3-Lösung die Carbonathärte?

Hallo Nobby,
hallo Ingo,

vielen Dank für eure Antworten.

Gemeint war die Carbonathärte in °d KH als Summe der gelösten Carbonate (CO3--) und Hydrogencarbonate (HCO3-) (Bikarbonat), die normalerweise als Salz eine Verbindung mit Calcium oder Magnesium haben. Diese KH ist ein Teil der Gesamthärte (°d GH), die der Summe der gelösten Eralkali Ionen entspricht, die in unserem Wasser fast nur durch Calcium und Magnesium bestehen. Deshalb ist bei uns üblicherweise die Carbonathärte in d° KH geringer als die Gesamthärte in °d GH. Die KH ist also der Teil der GH, der als Kesselstein bei einer Erhitzung ausfällt und auch für die Verkalkung von Wasserhähnen und Töpfen verantwortlich ist.

(Wenn ich es richtig verstehe, könnte man nun eine interessante Ausnahme schaffen. Im Extremfall einer hoffnungslosen Überdosierung würde ein Messergebnis mit einer höheren KH als GH entstehen, weil die KH durch das Salzsäure-Bindungs-Vermögen (SBV) bestimmt wird, also mit Salzsäure bis zum pH-Wert 4,3 titriert wird. Da dadurch alle Carbonat- und Hydrogencarbonationen bestimmt werden (nicht nur die an Ca und Mg gebundenen) und ein unnatürlich hoher Anteil an Kalium als Kation vorliegt, wäre das SBV größer als die GH und wird dann fälschlicherweise als "KH größer als GH" angegeben. Das finde ich sehr interessant, ist aber ein Extremfall.)

Letztlich interessiert mich die Erhöhung der KH als Veränderung des pH-Puffers. Der pH wird in den bei uns gebräuchlichen Wässern durch die Carbonate und Hydrogencarbonate gepuffert. Ein freies H+ Ion bindet sich an ein freies (Bi)Carbonat Ion und wird somit "neutralisiert". Ich gehe nun davon aus, dass auch das Kaliumhydrogencarbonat als Teil des ph-Puffers hinzukommt, dass also die Pufferwirkung insgesamt verstärkt wird. Ist das richtig?

Üblicherweise wird ein Pflanzenaquarium aus verschiedenen Gründen mit einem pH-Wert knapp unter dem Neutralwert von 7, also bei einem pH von 6,8 bis 6,9 und einer konstanten CO2-Zufuhr von ca. 20 mg/l, betrieben. Wenn sich nun aufgrund der K2CO3-Düngung durch das eingebrachte Kaliumhydrogencarbonat der pH-Puffer vergrößert, steigt bei gleichem CO2-Gehalt der pH-Wert.

Zitat:
Zitat von magician4 Beitrag anzeigen
- wenn du K2CO3 zugibst, erhöhst du die KH , nicht jedoch die °d.H.
- dies bleibt so, bis z.B. deine Pflanzen durch Verstoffwechselung hier Verschiebung verursachen. Ob die Pflanzen dabei H+ an das Wasser zurückgeben, oder aber andere Kationen (NH4+ wäre z.B. chemisch möglich), oder ob sie das intern regeln, ist meines Wissens nach biologisch divers und nicht einheitlich zu beantworten
Weshalb Pflanzen NH4+ Kationen abgeben sollten, ist mir nicht klar. Ammonium ist für sie eine wertvolle und bevorzugte Stickstoffquelle. Verstehe ich es richtig, dass die Aussage, wenn Pflanzen ein Kation (K+, NH4+, Ca++ etc.) aufnehmen, müssen sie gleichzeitig ein Proton (H+) abgeben, weil sie sich sonst elektrisch aufladen würden, keine vertretbare Verallgemeinerung ist?

Im Ergebnis wären dann also beide von mir dargelegten Literaturmeinungen unzureichend:

zu 1) Es wird lediglich eine zutreffende einzelne chemische Reaktion unter Laborbedingungen geschildert. Die durch die Verstoffwechselung verursachten Reaktionen bleiben unberücksichtigt.

zu 2) Da nicht nur das Proton H+ abgegeben werden kann, wird zu sehr verallgemeinert.

Richtig?
Artemius ist offline   Mit Zitat antworten
 


Anzeige